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coliforme Bakterien
Lisa Scholl

Lisa Scholl

Wasserfilter-Expertin

Coliforme Bakterien im Trinkwasser

Coliforme Bakterien umfassen eine große Gruppe anaerober Mikroorganismen und kommen vor allem im Darm von Säugetieren vor. In geringen Mengen sind sie auch Bestandteil der menschlichen Darmflora, wo sie lebenswichtige Funktionen wie die Produktion von Vitamin K erfüllen, das für verschiedene Stoffwechselprozesse essenziell ist.

Die Gruppe der coliformen Bakterien beinhaltet jedoch auch potenziell pathogene Arten wie Salmonellen, EHEC-Erreger, Enterobakterien und Escherichia coli. Einige dieser Bakterien produzieren Toxine, die gesundheitsschädliche Infektionen auslösen können. Befinden sich coliformen Bakterien im Trinkwasser, ist das ein wichtiger Indikator für fäkale Kontamination und stellt ein potenzielles Gesundheitsrisiko für den Menschen dar.

Die Quellen der Verunreinigung des Trinkwassers reichen dabei von hygienischen Mängeln in der Wasseraufbereitung über technische Defekte in Verteilernetzen bis hin zu Überschwemmungen. Besonders in ländlichen Gebieten führen Tierhaltung und veraltete Sanitäranlagen in manchen Fällen zu einer Verschmutzung des Grundwassers mit solchen gefährlichen Bakterien.

Was sind coliforme Bakterien genau?

Coliforme Bakterien bilden eine heterogene Gruppe verschiedener Bakterienarten, die hauptsächlich anaerob, also ohne Sauerstoff, leben. Sie sind eine natürliche Komponente der Darmflora von Säugetieren und kommen auch im Darm des Menschen vor. Dort machen coliforme Bakterien zwar nur etwa 0,1 Prozent aus, doch trotz ihres geringen Anteils spielen sie eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit. Einer ihrer Hauptbeiträge ist die Produktion von Vitamin K, einem essenziellen Nährstoff, der an zahlreichen Stoffwechselvorgängen wie der Blutgerinnung und der Knochengesundheit beteiligt ist.

Einige coliforme Bakterien sind also harmlos und sogar vorteilhaft für ihre Wirte, während andere potenziell krankheitserregend sind. Zu den bekannteren pathogenen Vertretern zählen Salmonellen, EHEC-Erreger (Enterohämorrhagische Escherichia coli), diverse Enterobakterien und Escherichia coli. Diese Bakterien können unter bestimmten Umständen Toxine produzieren, die bei Menschen Infektionen verursachen, was von leichten Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren Erkrankungen reichen kann.

E. coli, eine der bekanntesten Arten von coliformen Bakterien, hat sowohl in der Medizin als auch in der Biotechnologie große Bedeutung erlangt. Es wird in verschiedenen wissenschaftlichen und kommerziellen Anwendungen eingesetzt, von der Umweltmedizin und Gentechnik bis hin zur Pharmazie und Biotreibstoffproduktion. Die Fähigkeit von E. coli, genetisches Material zu übernehmen und zu reproduzieren, macht sie zu einem wertvollen Werkzeug in der Forschung und Entwicklung.

Wie gefährlich sind coliforme Keime?

Die Mehrheit der coliformen Bakterien im menschlichen Körper, insbesondere verschiedene Stämme von Escherichia coli (E. coli), sind harmlos und stellen keine Gesundheitsgefahr dar. Sie sind ein natürlicher und notwendiger Bestandteil der Darmflora des Menschen.

Es gibt jedoch bestimmte Stämme von E. coli, die als pathogen gelten und Krankheiten verursachen können. Diese umfassen unter anderem EPEC (Enteropathogene E. coli), ETEC (Enterotoxische E. coli), EIEC (Enteroinvasive E. coli), EHEC (Enterohämorrhagische E. coli) und EAEC (Enteroaggregative E. coli). Diese pathogenen Stämme werden häufig durch kontaminierte Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Gemüse, Fleisch oder durch Trinkwasser übertragen.

coliforme Bakterien Infografik

Vor allem in der industriellen Landwirtschaft, insbesondere in der Massentierhaltung, besteht das Risiko der Verbreitung gefährlicher Bakterienstämme. Daher ist es wichtig, dass in allen Phasen der Lebensmittelproduktion – von der Schlachtung über den Transport bis hin zur Verarbeitung von Lebensmitteln – strengste Hygienevorschriften eingehalten werden.

Besonders bei der Zubereitung von Fleisch, vor allem Rindfleisch, sowie bei der Verarbeitung von rohem Obst und Gemüse ist Vorsicht geboten. Für Personen mit einem schwachen Immunsystem, Babys und kleine Kinder sollten solche Nahrungsmittel nach Möglichkeit vermieden werden.

Welche Symptome können bei Colibakterien auftreten?

Die von pathogenen E. coli-Stämmen verursachten Krankheiten können von leichten bis zu schweren Infektionen reichen. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Lebensmittelvergiftungen, Durchfall, Erbrechen und Reisediarrhö, die mit erheblichem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust einhergehen können. Einige Stämme sind auch an der Entstehung von Harnwegsinfektionen, Meningitis oder chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn beteiligt.

In der Behandlung solcher Infektionen werden in der Regel Antibiotika eingesetzt, aber aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen ist eine sorgfältige Auswahl des passenden Medikaments erforderlich. Trotz intensiver Forschung sind die genauen Mechanismen und Strategien, wie diese virulenten E. coli-Stämme Krankheiten verursachen, noch nicht vollständig erforscht. Somit bleibt die Bekämpfung und Verhinderung von Infektionen durch coliforme Bakterien eine fortwährende Herausforderung in der öffentlichen Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

 

Zählen Legionellen zu den coliformen Bakterien?

Legionellen zählen nicht zu den coliformen Bakterien – sie sind eine andere Art von Bakterien, die in natürlichen Süßwasserumgebungen sowie in künstlichen Wassersystemen, wie Warmwasserleitungen und Klimaanlagen, vorkommen können. Legionellen sind bekannt für die Verursachung der Legionärskrankheit – einer schweren Form der Lungenentzündung, und des Pontiac-Fiebers, einer leichteren grippeähnlichen Erkrankung. Auch sie stellen damit ein Gesundheitsrisiko dar, wenn sie in Wassersystemen gedeihen und dann über Aerosole in die Lunge gelangen.

Regelung nach der Trinkwasserverordnung

Laut der Trinkwasserverordnung in Deutschland darf Trinkwasser keine coliformen Bakterien in 100 Millilitern Wasser enthalten. Dieser Standard soll sicherstellen, dass das Trinkwasser frei von fäkalen Kontaminationen ist, die Krankheitserreger enthalten könnten. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird durch regelmäßige Überwachung und Tests überprüft, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden oder von den Wasserversorgungsunternehmen selbst durchgeführt werden.

Bei der Entdeckung von coliformen Bakterien im Trinkwasser sind die Wasserversorger verpflichtet, unverzüglich Maßnahmen zur Behebung des Problems zu ergreifen. Dazu gehört die Identifizierung der Kontaminationsquelle, die Durchführung von Desinfektionsmaßnahmen und die erneute Prüfung der Wasserqualität, um sicherzustellen, dass das Wasser wieder den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Coliforme Bakterien als Verschmutzungsindikator für Leitungswasser

Coliforme Bakterien sind wichtige Anzeiger für die Qualität und Sauberkeit unseres Leitungswassers. Obwohl wir Wasser täglich nutzen und auf Geruch, Aussehen und Geschmack achten, reicht dies meist nicht aus, um die gefährlichen Keime zu entdecken, da diese mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind.

Der Nachweis von coliformen Bakterien im Trinkwasser ist ein Warnsignal. Es deutet darauf hin, dass das Wasser möglicherweise auch andere Krankheitserreger enthält, was ein sofortiges Handeln erfordert. Wenn coliforme Keime gefunden werden, müssen die zuständigen Wasserwerke umgehend mit großflächigen Desinfektions- und Spülmaßnahmen reagieren.

Für die Verbraucher bedeutet dies, dass sie ihr Leitungswasser vorsorglich abkochen sollten, bis die Gefahr gebannt ist. Die Sicherheitsmaßnahmen dürfen erst dann wieder eingestellt werden, wenn die Ursache der Verunreinigung geklärt und durch mehrere Tests bestätigt wurde, dass keine Bakterien mehr im Wasser sind.

Sollte man Wasser abkochen bei einem Befall mit Coli Bakterien?

Wenn es zu einem einmaligen und unerwarteten Befall mit Coli Bakterien kommt, wie etwa durch eine Warnung des örtlichen Wasserversorgers angezeigt, ist das Abkochen des Wassers eine einfache, effektive und kostengünstige Maßnahme. Drei Minuten sind in der Regel ausreichend, um das Wasser zu desinfizieren und sicherzustellen, dass es frei von Bakterien ist.

Auch der Zusatz von Chlor kann dabei helfen, das Wasser einer gründlichen Desinfektion zu unterziehen und die Bakterienbelastung zu reduzieren. Doch Achtung: Chlor im Trinkwasser ist nur in geringen Mengen unbedenklich und sollte deshalb stets mit Vorsicht eingesetzt werden.

Lassen sich coliforme Bakterien aus dem Trinkwasser entfernen?

Für den Fall, dass das Problem mit Coli Bakterien häufiger auftritt, können verschiedene Arten von Wasserfiltern eine Lösung bieten – allen voran Aktivkohlefilter, Hohlfasermembranen oder Umkehrosmoseanlagen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass solche Filter nicht als absolute Barriere gegen Keime wirken. Sie benötigen zudem eine regelmäßige und fachgerechte Wartung, da sie sonst selbst zu einer Quelle für Keime werden können.

Für eine optimale Filterwirkung ist es zudem wichtig, dass diese Filter eine Feinheit von 0,2 Mikrometern aufweisen. Diese Filtergröße ist ausreichend, um viele Mikroorganismen, einschließlich E. coli Bakterien und Legionellen, die eine Größe von etwa 0,6 bis 0,8 Mikrometern haben, erfolgreich zurückzuhalten.

Fazit

Coliforme Bakterien im Trinkwasser sind ein klares Alarmsignal für Verunreinigungen und sollten unbedingt ernst genommen werden. Sofortige Maßnahmen wie das Abkochen des Wassers und der Einsatz fortschrittlicher Filtrationstechnologien sind notwendig, um das Wasser sicher und sauber zu halten und das Risiko von gesundheitlichen Auswirkungen zu reduzieren. Um eine Verunreinigung mit den gefährlichen Erregern frühzeitig zu erkennen, sollten zudem regelmäßige Wassertests durchgeführt werden.