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Labortest Legionellen
Lisa Scholl

Lisa Scholl

Wasserfilter-Expertin

Legionellenprüfung

Wasser – eine essenzielle Lebensquelle, die uns täglich umgibt und sogar aus unseren Hähnen fließt. Doch was, wenn sich in unserem vermeintlich klaren und sauberen Trinkwasser eine unsichtbare Gefahr verbirgt? Legionellen, winzige, stäbchenförmige Bakterien, die in natürlichen Gewässern lauern, können sich zu einer ernsthaften Bedrohung entwickeln – vor allem dann, wenn sie in unseren Wasserversorgungssystemen gedeihen. In den vergangenen Jahren hat die Legionellenprüfung daher eine herausragende Bedeutung erlangt – sie ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern ein unverzichtbarer Schutzschild für unsere Gesundheit. Doch warum ist die regelmäßige Überprüfung unseres Trinkwassers auf Legionellen so wichtig und welche Möglichkeiten gibt es, um sich vor Legionellen im Trinkwasser zu schützen?

Legionellenprüfung: Bedeutung und Relevanz

In Deutschland gehört das Trinkwasser zu den am wohl strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Die regelmäßigen Qualitätskontrollen müssen jedoch nicht nur vom Wasserversorger durchgeführt werden, sondern auch von den Gebäudeeigentümern selbst. Gemäß den Vorgaben der Trinkwasserverordnung müssen die Gebäuderohrleitungen unter bestimmten Bedingungen alle drei Jahre auf Legionellen überprüft werden.

Bei Legionellen handelt es sich um potenziell krankheitserregende Stäbchenbakterien, die natürlicherweise in Gewässern und somit auch im Grundwasser vorkommen. Grundsätzlich stellen diese jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar.

Treten die Legionella pneumophila-Bakterien jedoch in hohen Konzentrationen in der Wasserversorgung von Gebäuden auf, entwickeln sie sich zu einem bedrohlichen Krankheitserreger. Dies kann vor allem für Personen mit einem geschwächten Immunsystem riskant werden. In Deutschland sollen dabei jährlich tausende Menschen an einer Legionelleninfektion erkranken und ihr Leben aufgrund von starken Lungenentzündungen verlieren.

Bereits bei zahlreichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Legionellen-Konzentration in 15 Prozent der Proben den vorgegebenen Grenzwert der Trinkwasserverordnung übersteigt. Daher ist es von großer Bedeutung, regelmäßige Legionellenprüfungen durchzuführen, um mögliche Gesundheitsrisiken weitestgehend zu minimieren.

Doch auch andere Maßnahmen werden benötigt, um Legionellen den Kampf anzusagen und die Gefahr einer Legionellen-Infektion wirksam einzudämmen. So benötigt es beispielsweise eine hohe Temperatur, um Legionellen abzutöten oder entsprechende Wasserfilter.

Pflichtprüfung alle drei Jahre

Um sicherzustellen, dass die Trinkwasseranlagen in Gebäuden frei von gefährlichen Legionellen-Bakterien sind, muss die Legionellenuntersuchung alle drei Jahre durchgeführt werden. Diese Vorgabe der Trinkwasserverordnung soll dem Schutz der Verbraucher dienen. Die Legionellenprüfung in Gebäuden mit vermieteten Wohnungen sollte dabei erstmals bis Ende 2013 erfolgen.

Die Untersuchung auf Legionellenbefall kann jedoch nicht eigenmächtig durchgeführt werden, sondern erfordert Fachexperten. Das liegt unter anderem daran, dass die Durchführung der Probenentnahmen besonders komplex ist. So müssen mindestens drei Proben des Trinkwassers an verschiedenen Stellen im Gebäude genommen werden. Dabei müssen sowohl die Vorschriften zur Handhabung als auch die zum Transport und zur Temperatur beachtet werden.

Darüber hinaus müssen sowohl die Dienstleister der Probenentnahme als auch die Labore eng koordiniert zusammenarbeiten, damit die Legionellenprüfung sachgemäß erfolgen kann.

Betroffene Gebäude: Wer muss prüfen?

Die Abbildungen zeigen eine Auswahl an Einrichtungen, die regelmäßig geprüft werden müssen

Grundsätzlich ist für die Legionellenprüfung der Eigentümer des Gebäudes zuständig. Dies betrifft sowohl Vermieter in Wohngebäuden als auch Eigentümer von anderen Einrichtungen. Allerdings darf die tatsächliche Legionellenuntersuchung ausschließlich von hierfür akkreditierten Stellen gemäß den Vorgaben der DIN EN ISO 19458:2006-12 durchgeführt werden. In der Regel handelt es sich hierbei um spezielle Dienstleister, die eng mit entsprechenden Laboren zusammenarbeiten, um die Wasserproben zu entnehmen und zu überprüfen. Die entsprechenden Kosten für die wiederkehrende Legionellenprüfung können Vermieter jedoch als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Betroffen von der Untersuchungspflicht sind insbesondere Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer, die ein Speichervolumen von mehr als 400 Liter besitzen. Hierzu zählen auch Anlagen zur Trinkwassererwärmung, die mehr als 3 Liter Wasser in der Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten Entnahmestelle aufweisen. Die Prüfpflicht erstreckt sich somit auf eine Vielzahl von Gebäuden:
  • Wohngebäude: Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser und andere Wohnanlagen mit mindestens drei Wohnungen sind von der Prüfpflicht betroffen, da eine Kontamination des Trinkwassers hier besonders viele Menschen betreffen könnte.
  • Gewerbebetriebe: Unternehmen, die über eigene Trinkwassersysteme verfügen, wie beispielsweise Hotels, Fitnessstudios, Friseursalons und Restaurants, unterliegen ebenfalls der Untersuchungspflicht.
  • Gesundheitseinrichtungen: Medizinische Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser und Pflegeheime sind aufgrund der besonderen Vulnerabilität ihrer Patienten und Bewohner verpflichtet, Legionellenprüfungen in regelmäßigen Abständen umzusetzen.
  • Öffentliche Einrichtungen: Auch Schulen, Kindergärten und öffentliche Schwimmbäder müssen sicherstellen, dass ihre Wasseranlagen frei von Legionellen sind, um die Gesundheit der Nutzer zu schützen. Somit greift die Pflicht zur Legionellenprüfung auch in diesen Gebäuden.

Gefahr durch Legionellen – keine Bagatelle

Obwohl sich Legionellen grundsätzlich in allen Gewässern befinden, bilden Wasserleitungen oftmals die idealen Voraussetzungen für das Wachstum von Legionellen. Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius.

Übertragen werden sie dann durch vernebeltes Wasser bzw. Wasserdampf, der insbesondere beim Duschen eingeatmet werden kann, wodurch die Erreger ihren Weg direkt in die Atemwege finden. So spielt das Trinkwasser bei der Übertragung von Legionellen eine entscheidende Rolle. Statistische Auswertungen haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass etwa 15 Prozent der getesteten Trinkwasseranlagen den technischen Maßnahmenwert von 100 Kolonie bildende Einheiten (KBE) pro 100 ml Wasser überschreiten.

Die Gefahr durch Legionellen darf daher keinesfalls als Bagatelle abgetan werden. Wenn Menschen mit kontaminiertem Wasser in Kontakt kommen, können schwerwiegende Atemwegsinfektionen wie die Legionärskrankheit auftreten. Diese Krankheit kann zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen und im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind dabei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder auch ältere Menschen.

Jährlich meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland etwa 1,7 Fälle von Legionellosen pro 100.000 Einwohner. Da jedoch nicht alle Lungenentzündungen auf eine Legionellen-Infektion getestet werden, wird angenommen, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankungen sogar deutlich höher liegt. Schätzungsweise sollen zwischen 18 und 36 Fälle einer Legionellose pro 100.000 Einwohner auftreten, wobei etwa fünf bis zehn Prozent tödlich verlaufen.

Allerdings kann ein Legionellenbefall nicht nur eine Gesundheitsgefahr darstellen, sondern auch zu rechtlichen Konsequenzen führen. So sind Verantwortliche wie Vermieter verpflichtet, die regelmäßige Legionellenprüfung im Abstand von drei Jahren durchführen zu lassen. Ein Verstoß gegen die Vorschriften der Trinkwasserverordnung zur Untersuchungspflicht kann mit Geldbußen von bis zu 25.000 Euro oder gar strafrechtlichen Konsequenzen geahndet werden.

Auch die Missachtung von Melde-, Informations- oder Dokumentationspflichten kann ähnliche Folgen nach sich ziehen. So müssen die Ergebnisse der Legionellenprüfung mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Haftungsansprüche bei Schäden an Personen sind nicht ausgeschlossen, ebenso wie Mietausfälle, wenn die Anlage aufgrund eines Legionellenbefalls stillgelegt werden muss.

Der Prozess der Legionellenprüfung

Die Legionellenprüfung ist ein umfassender und sorgfältig durchgeführter Prozess, der darauf abzielt, potenzielle Kontaminationen mit Legionellen in Trinkwasseranlagen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung der Wassersicherheit zu ergreifen. Dieser Prozess beginnt mit der Auswahl und Dokumentation der Probenentnahmestellen.

Laut den Vorgaben der DVGW müssen die Entnahmestellen für Wasserproben abflammbar sein, sodass vor der Probeentnahme anhaftende Keime abgetötet werden können. So müssen die Wasserhähne aus Metall sein und dürfen keine Kunststoffe enthalten. Die einmalige Dokumentation der geeigneten Entnahmestellen kann entweder durch den Gebäudeeigentümer selbst oder durch den Sanitärfachbetrieb erfolgen.

Im nächsten Schritt kann die tatsächliche Probeentnahme durch einen akkreditierten Dienstleister erfolgen. Die Wasserproben müssen dabei alle vom gleichen Tag stammen. Sobald die Proben entnommen wurden, werden sie in spezialisierte Labore geschickt, die die Wasserproben auf das Vorhandensein von Legionellenbakterien untersuchen. Diese Analysen erfolgen anhand etablierter Methoden, die die Anwesenheit und Konzentration der Bakterien genau bestimmen können.

Die Ergebnisse der Labortests werden anschließend mit den geltenden Richtlinien und technischen Maßnahmenwerten verglichen, um festzustellen, ob die Legionellenkonzentration in den Proben akzeptabel ist oder ob Handlungsbedarf besteht. Wenn die gemessenen Werte den zulässigen Grenzwert überschreiten, müssen entsprechende Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung eingeleitet werden.

Gesundheitliche Risiken

Ein Legionellenbefall in der Wasserversorgung eines Gebäudes kann schwerwiegende gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Das Einatmen von mit Legionellen kontaminierten Aerosolen – beispielsweise beim Duschen – kann zu gefährlichen Atemwegsinfektionen führen.

Neben leichten Infektionen kann eine Legionellen-Infektion dabei auch die sogenannte Legionärskrankheit auslösen, bei der es sich um eine besonders schwere Form der Lungenentzündung handelt, die sogar tödlich enden kann. Auch ein Harnwegsinfekt oder das sogenannte Pontiac-Fieber können durch eine Legionelleninfektion hervorgerufen werden. Beim Pontiac-Fieber handelt es sich um einen eher milden Verlauf der Legionelleninfektion.

Besonders gefährlich können Legionellen für Menschen sein, die ein bereits geschwächtes Immunsystem haben. Dies kann beispielsweise bei Personen mit Vorerkrankungen, Rauchern oder älteren Menschen der Fall sein.

Symptome einer Legionelleninfektion

Die Symptome einer Legionelleninfektion können vielfältig und unspezifisch sein. Betroffene können plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Husten, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Müdigkeit erfahren. Auch Brust- und Kopfschmerzen gehören zu den klassischen Symptomen, ebenso wie Durchfall und Erbrechen. Bei besonders schweren Verläufen können sogar schwere Lungenentzündungen oder gar Nierenversagen auftreten, die eine umgehende medizinische Behandlung erfordern.

Das Pontiac-Fieber, welches eine milde Verlaufsform der Legionellen-Infektion darstellt, ruft in vielen Fällen grippeähnliche Beschwerden wie Unwohlsein, Fieber, Gliederschmerzen oder auch Husten hervor. Anders als die Legionärskrankheit heilt das Pontiac-Fieber in der Regel jedoch von selbst innerhalb von zwei bis fünf Tagen aus.

Häufige Ursachen für Legionellenbefall

Ihren Ursprung finden Legionellen vorwiegend in natürlichen Gewässern wie Seen und Flüssen. Gelangen diese Bakterien jedoch in unsere Wasserleitungen oder andere Wassersysteme, können sie zu einem ernsthaften Problem werden.

Insbesondere stagnierendes Wasser, das ideale Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius aufweist, schafft ein optimales Umfeld für das Wachstum von Legionellen. Der sogenannte Biofilm, der in Wasserleitungen entsteht, dient dabei als optimaler Nährboden für die Bakterien und begünstigen das Wachstum zusätzlich.

Werden Teile der Warmwasserversorgung also nicht regelmäßig mit heißem Wasser durchspült, können Legionellen sich optimal vermehren. Fehlende oder unzureichende Wasseraufbereitungssysteme können das Legionellen-Problem weiter verschärfen.

Bauliche Risikofaktoren für Legionellenwachstum

Bestimmte bauliche Eigenschaften können das Wachstum von Legionellen begünstigen. Hierzu gehören unter anderem Faktoren wie überdimensionierte Wasserspeicher oder stagnierendes Wasser in den Rohrleitungen. Zudem können auch ungeeignete Materialien in den Rohrleitungen oder in einzelnen Anlagen- und Geräteteilen das Wachstum der Krankheitserreger fördern.

Um eine ausreichende Trinkwasserhygiene zu gewährleisten, sollte die Hausinstallation den Vorgaben der DIN 1988 sowie dem DVGW Arbeitsblatt W 551 entsprechen. Besonders wichtig ist hierbei eine geeignete Warmwassertemperatur. Je niedriger die Temperatur des Warmwassers, desto höher ist das Risiko für einen Legionellenbefall. Stattdessen sollte am Austritt des Warmwasserbereiters eine Temperatur von etwa 60 Grad Celsius herrschen, denn unterhalb dieser Temperatur werden die Mikroorganismen nicht zuverlässig abgetötet.

Um ein Ansteigen der Kaltwassertemperatur im Kreislauf zu verhindern, sollte die Temperatur jedoch auch nicht viel mehr als 60 Grad Celsius betragen.

Neben der Legionellenprüfung ist darüber hinaus auch das regelmäßige Warten von Trinkwasseranlagen essenziell, um ein Legionellenwachstum zu vermeiden. Auch die Filter, Wasserspeicher und Armaturen sollten regelmäßig gereinigt werden.

Probeentnahmestellen: Warmwasserspeicher und Wohnungen

Im Rahmen der regelmäßigen Legionellenprüfung muss der Gebäudeeigentümer dem Labor alle notwendigen Informationen für die Probeentnahme zur Verfügung stellen. So muss der Probenehmer vor Ort die geeigneten Stellen ohne Probleme erreichen können. Das bedeutet, dass die Türen nicht verschlossen sein dürfen und die Entnahmestellen den Anforderungen und technischen Standards entsprechen müssen.

Üblicherweise werden mindestens drei Entnahmestellen für die Legionellenprüfung benötigt. Diese müssen sowohl die Entnahme von Proben am Vor- und Rücklauf des Warmwasserbereiters als auch an der am weitesten entfernten Entnahmestelle umfassen.

Idealerweise werden die Probeentnahmestellen deutlich gekennzeichnet oder es sollte eine Kontaktperson vor Ort sein, um bei Fragen behilflich sein zu können. Die Festlegung der entsprechenden Entnahmestellen erfolgt in der Regel durch einen nach der VDI 6023 A geschulten Person.

Technischer Maßnahmenwert: Wann ist Handlungsbedarf?

Bis zum Jahr 2011 gab es in der Trinkwasserverordnung keinen spezifischen Grenzwert für Legionellen. Dies änderte sich jedoch im November 2011. Ab diesem Zeitpunkt wurde für Legionellen ein sogenannter technischer Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 ml Wasser festgelegt. Zeitgleich wurde auch die Pflicht zur regelmäßigen Legionellenprüfung angeordnet.

Handlungsbedarf besteht, wenn der Legionellen-Grenzwert von 100 KBE je 100 ml Trinkwasser erreicht. In diesem Fall muss eine Risikoabwägung in Form einer sogenannten Gefährungsanalyse durchgeführt werden. Die betroffene Trinkwasseranlage wird dabei auf den Prüfstand gestellt, um mögliche Ursachen und Risikofaktoren des Legionellenbefalls zu ergründen. Daraus werden schließlich entsprechende Maßnahmen abgeleitet, um gezielte Veränderungen an der Anlage vorzunehmen und das Legionellenwachstum einzudämmen.

Umgang mit positiven Legionellenproben

Der Nachweis von Legionellen in den Wasserproben eines Gebäudes ist kein Grund zur Panik, sondern vielmehr zur gezielten Handlung. Die Probe wird dann als “positiv” bewertet, wenn die Konzentration von Legionellen den geltenden Grenzwert der Trinkwasserverordnung übersteigt.

Um die Konzentration der Bakterien zu reduzieren, müssen die erforderlichen Maßnahmen innerhalb von 14 Tagen dem zuständigen Gesundheitsamt (Link zur Übersicht der Gesundheitsämter) gemeldet werden. Um welche Maßnahmen es sich dabei genau handelt, hängt von dem Ausmaß des Legionellenbefalls ab. Ein entsprechender Fachmann informiert Gebäudeeigentümer und Anlagenbesitzer entsprechend über die Umsetzung.

Methoden zur Legionellenentfernung aus dem Leitungswasser

Die Entfernung von Legionellen aus dem Trinkwasser erfordert effektive und zielgerichtete Methoden, um die Wasserqualität wiederherzustellen. Welche Maßnahmen genau ergriffen werden müssen, wird im Rahmen der Legionellenprüfung festgelegt.

Eine besonders häufig angewandte Methode ist die Chlorung des befallenen Trinkwassers. Dies kann besonders in großen Anlagen oder öffentlichen Gebäuden sinnvoll sein. Hierbei werden chemische Desinfektionsmittel wie Chlor oder Wasserstoffperoxid eingesetzt, um die Legionellen zu eliminieren. Eine spezielle Filterung erfolgt im Rahmen dieser Methode jedoch oft nicht.

Eine weitere bewährte Maßnahme, um gegen einen Legionellenbefall vorzugehen und diesem nachhaltig vorzubeugen, ist die sogenannte thermische Desinfektion. So sollte der Temperaturregler der Wasseranlage auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt werden, um die Legionellen abzutöten und einer erneuten Kontamination vorzubeugen.

Auch eine sogenannte Wechselschaltung kann hier sinnvoll sein, sodass das Warmwasser regelmäßig erhitzt wird und mögliche Keime abgetötet werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die vorhandenen Wasserleitungen regelmäßig genutzt werden. Auf diese Weise kann eine Stagnation des Wassers in den Leitungen vermieden werden.

Bei längerer Nichtbenutzung von Leitungen, beispielsweise bei Leerstand von Wohnungen, ist es zudem ratsam, diese in regelmäßigen Abständen durchzuspülen. Dies kann erreicht werden, indem das Wasser für einige Minuten ungenutzt ablaufen gelassen wird. Dadurch kann eine Stagnation vermieden und somit auch die Ansiedlung von Legionellen reduziert werden.

Trinkwasserfilter: Sinn und Zweck

Legionellen können sowohl durch Duschen, Wasserhähne, Luftbefeuchter oder gar Klimaanlagen gefährlich für den Menschen werden. Das liegt in erster Linie daran, dass die Erreger auf diese Weise in Form von winzigen Wassertröpfchen in unsere Atemwege gelangen können.

Trinkwasserfilter sind daher zu einem unverzichtbaren Instrument im Kampf gegen Verunreinigungen wie Legionellen geworden. Sie dienen dazu, potenziell gefährliche Partikel, Bakterien und andere Verunreinigungen aus dem Leitungswasser zu entfernen, bevor es den Hahn erreicht. Viele Menschen setzen bereits auf die Verwendung von speziellen Wasserfiltern, um ihr Leitungswasser vor möglichen Verunreinigungen und potenziellen Krankheitserregern zu schützen, bevor sie das Trinkwasser verzehren.

Auch in Bezug auf die Legionellenprüfung können Filter eine zusätzliche Schutzschicht bilden, indem sie das Risiko einer Kontamination minimieren. Obwohl die Hauptgefahr einer Legionellen-Infektion nicht unbedingt vom Trinken des Leitungswassers ausgeht, kann der Einbau eines entsprechenden Filters daher durchaus sinnvoll sein.

Verfügbare Filtertypen

Es gibt verschiedene Arten von Trinkwasserfiltern, die je nach ihren Filtermedien und ihrer Funktionsweise variieren. Doch nicht alle Filtertypen sind geeignet, um Legionellen aus dem Trinkwasser zu filtern.

  • Aktivkohlefilter bieten keinen Schutz: Aktivkohlefilter sind besonders weit verbreitet und wirken durch die Absorption von Verunreinigungen. Dabei werden auch Bakterien und Schadstoffe aus dem Wasser gefiltert. Um zuverlässig vor Legionellen schützen zu können, müssen die Poren des Filters jedoch einen Durchmesser von unter 0,2 Mikrometer haben. Nur so ist dieser undurchlässig für Legionellen und andere Bakterien. Einen ausreichenden Schutz bieten Aktivkohlefilter in der Regel also nicht.

  • Tischkannenfilter bieten keinen Schutz: Ungeeignet für das Filtern von Legionellen sind darüber hinaus auch Ionenaustauscher oder Tischkannenfilter. Ein Ionenaustauscher ist klassischerweise so konzipiert, dass die darin enthaltenen Kunstharze lediglich bestimmte Schadstoffe per Ionenaustausch herausfiltern. Auch die verwendete Aktivkohle in Tischkannenfiltern lässt zu viel Platz für das Durchdringen von Legionellen und anderen Bakterien, sodass diese Methoden ungeeignet für die Legionellenfilterung sind.

  • Sterilfilter: Bei einem Sterilfilter handelt es sich um einen speziellen Duschkopf, der mit einem integrierten sterilen Wasserfilter oder einem separaten Duschfiltergehäuse ausgestattet ist. Da die Legionellen insbesondere aufgrund der beim Duschen entstehenden Aerosole in die Atemwege gelangen können, eignen sich diese besonders gut, um Legionellen aus dem Trinkwasser herauszufiltern. Zudem ist der Duschfilter auswechselbar und kann somit immer wieder erneuert werden.

UNSER TIPP

Zertifizierter Langzeitschutz schützt sicher vor Legionellen und Duschverbot. 

Funktionsweise von Legionellenfiltern

Bei Legionellenfiltern handelt es sich um speziell entwickelte Filter, die darauf abzielen, Legionellenbakterien aus dem Wasser zu entfernen. Mittlerweile gibt es eine vielfältige Auswahl an Wasserfiltern, die Legionellen und andere Bakterien und Keime effizient abfangen, während das gereinigte Wasser passieren kann.

Damit die Effektivität dieser Filter und somit auch der Schutz nachvollziehbar ist, wurden klar definierte Kriterien festgelegt, die die technischen Standards und Voraussetzungen für Legionellenfilter zugrundelegen. So müssen die Legionellenfilter sicherstellen, dass das durch sie gefilterte den internationalen Normen für steril gefiltertes Wasser entspricht.

Qualitätskriterien für Filter

Die Effektivität von Legionellenfiltern wird durch verschiedene Qualitätskriterien bestimmt. Hierzu gehört insbesondere, dass die Bakterien nicht in Form von Wassertröpfchen in die Luft gelangen können. Dies erfordert, dass die Filtermembran eines speziellen Legionellenfilters sehr feine Poren von unter 0,2 Mikrometern Durchmesser aufweist. Poren von dieser Größe stellen sicher, dass die Legionellenbakterien die Membran aufgrund ihrer eigenen Größe nicht durchdringen können. 

Der Sanquell Premium Duschkopf hat sogar deutlich kleinere Porengrößen von 0,085 Mikrometer.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal eines guten Legionellenfilters sind die 8-Log-Stufen. Diese werden im Rahmen der Überprüfung des Filters verwendet, um seine Leistungsfähigkeit zu validieren.

Verständnis der Log-Stufen

Die Effizienz von Legionellenfiltern wird oft in Log-Stufen ausgedrückt. Hierbei handelt es sich um eine mathematische Methode, um die Effektivität der Keimreduktion zu quantifizieren.

Wird beispielsweise von einer Log-Reduktion von 1 (Log1) gesprochen, bedeutet dies, dass etwa 90 Prozent der Keime entfernt werden. Bei einer Ausgangszahl von 100.000.000 Mikroorganismen würde die Anzahl bei einer Log-Reduktion von 1 entsprechend auf 10.000.000 reduziert werden.

Eine Log6-Reduktion hingegen weist darauf hin, dass eine Reduzierung der Keime von 99,99999 Prozent erfolgt. Im vorangegangenen Beispiel würden somit lediglich 100 Mikroorganismen im Trinkwasser verbleiben. Bei der höchsten Log-Stufe Log8 würde dementsprechend nur noch ein einziger Keim bestehen bleiben.

Folgende Log-Stufen erreichen folgende Reduktionen:

  • Log1: Reduktion von 90 Prozent

  • Log2: Reduktion von 99 Prozent

  • Log3: Reduktion von 99,9 Prozent

  • Log4: Reduktion von 99,99 Prozent

  • Log5: Reduktion von 99,999 Prozent

  • Log6: Reduktion von 99,9999 Prozent (beispw. Sanquell Legionellenfilter)

  • Log7: Reduktion von 99,99999 Prozent (beispw. Sanquell Legionellenfilter)

  • Log8: Reduktion von 99,999999 Prozent (beispw. Sanquell Legionellenfilter)

Die einzelnen Log-Stufen sind damit ein wichtiger Indikator, um die Leistung von Legionellenfiltern zur Keimreduktion zu bewerten.

Technik und Wartung von Filtern

Neben der regelmäßigen Legionellenprüfung und den Qualitätsmerkmalen von Legionellenfiltern spielt auch die technische Qualität des Filters eine entscheidende Rolle. Da dieser unter verschiedenen Belastungen stets einwandfrei funktionieren muss, ist eine regelmäßige Wartung essenziell. So muss der Filter grundsätzlich so konstruiert sein, dass jegliche Undichtigkeiten ausgeschlossen werden können, denn nur ein Filter, der zuverlässig und langlebig ist, gewährleistet eine effektive Entfernung von Legionellen und anderen Keimen.

Neben der Konstruktion des Filters ist jedoch auch wichtig, dass Gebäudeeigentümer oder Verbraucher über die notwendigen Wartungsintervalle informiert sind. So kann zum Beispiel der regelmäßige Austausch von Filterkartuschen erforderlich sein, um die Schutzfunktion des Filters langfristig zu gewährleisten.

Die Einhaltung der entsprechenden Wartungsvorgaben und -schritte ist entscheidend, um sicherzustellen, dass der Filter stets effizient und zuverlässig arbeitet. Nur so kann eine langfristige Trinkwasserhygiene aufrechterhalten werden.

FAQ

Wann muss ich eine Legionellenprüfung machen?

Grundsätzlich muss die Legionellenprüfung alle drei Jahre erfolgen. Diese Legionellenprüfungspflicht betrifft in der Regel jedoch nur Warmwasseraufbereitungsanlagen, die nach der Trinkwasserverordnung als sogenannte Großanlagen gelten.

Wie oft muss der Vermieter eine Legionellenprüfung durchführen?

Auch für Vermieter ist die Legionellenprüfung Pflicht, sodass Eigentümer von Wohngebäuden diese alle drei Jahre auf Legionellen untersuchen lassen müssen. Diese Untersuchungspflicht gilt für Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Wohnungen und zentraler Warmwasserbereitung.

Wie hoch sind die Kosten für die Legionellenprüfung?

Die Gesamtkosten einer Legionellenuntersuchung belaufen sich in der Regel auf rund 130 bis 275 Euro. Diese setzen sich aus den Laborkosten und den Kosten für die Anfahrt des zertifizierten Probenehmers zusammen. Je nach Labor und Anfahrtsweg können die Kosten der Legionellenprüfung jedoch variieren.

Fazit

Die Legionellenprüfung – eine unverzichtbare Hygiene- und Sicherheitsmaßnahme, um die Trinkwasserqualität und Gesundheit der Verbraucher zu garantieren. Bereits in der Vergangenheit wurde festgestellt, dass die Legionellenkonzentration in einigen Trinkwasseranlagen höher ist, als es die Trinkwasserverordnung erlaubt. Jedoch darf die Gefahr durch Legionellen keinesfalls unterschätzt werden, da die kleinen, unsichtbaren Stäbchenbakterien ernsthafte gesundheitliche Risiken bergen können.

Aus diesem Grund ist die regelmäßige Prüfung auf Legionellenbefall sowie entsprechende präventive Maßnahmen von essenzieller Bedeutung, um das Wachstum und die Verbreitung der krankheitserregenden Bakterien zu kontrollieren.

Ist eine Legionellenprüfung erst einmal positiv, gilt umgehender Handlungsbedarf! Mithilfe von speziellen Legionellenfiltern kann die Legionellenkonzentration im Trinkwasser zuverlässig reduziert und somit auch das Risiko für Infektionen minimiert werden.

Gebäudeeigentümer und Betreiber von Großanlagen sollten die Vorschriften und Anforderungen der Trinkwasserverordnung genau kennen, um ordnungsgemäß zu handeln und die Gesundheit der Menschen und Verbraucher zu schützen.

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