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Sulfat im Wasser – Quelle, Risiken & Prävention

Trotz strenger Vorschriften durch die Trinkwasserverordnung kann das Leitungswasser in Deutschland mit Schadstoffen belastet sein. So kann sich im Trinkwasser beispielsweise ein erhöhter Sulfatgehalt befinden, der sich unter Umständen auf die körperliche Gesundheit auswirken kann. Bei Sulfaten handelt es sich um Ester und Salze der Schwefelsäure. In der Natur kommen diese Schwefelverbindungen hauptsächlich in Mineralien wie Calciumsulfat und Magnesium vor. Sulfate sind ein wichtiger Bestandteil für viele metallische Elemente. Wie Sulfate überhaupt in das Trinkwasser gelangen, welche Auswirkungen Sulfat auf den menschlichen Körper hat und welche Gefahren Sulfat im Wasser für die Wasserleitungen darstellt, erfahren Sie in diesem Artikel.

In der Vergangenheit wurde eine hohe Sulfatbelastung im Wasser durch den sogenannten „sauren Regen“ verursacht. Dieser entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie durch die Abgase der Industrie. Dadurch gelangen große Mengen an Schwefel in die Atmosphäre, die dort mit Wasser reagieren und Tröpfchen bilden, die Schwefelsäure enthalten. Durch den Niederschlag wurden die Böden und somit auch das Grundwasser „versauert“.

Wie kommt Sulfat ins Trinkwasser?

Da dieses Phänomen in der heutigen Zeit jedoch kaum noch auftritt, sind die atmosphärischen Schwefeleinträge in Deutschland um rund 90 Prozent gesunken. Dennoch ist die Sulfatbelastung in vielen Regionen und Binnengewässern sehr hoch, weshalb viele Menschen den pH-Wert im Wasser bestimmen lassen.

Forscher der dänischen Universität Aarhus haben im Rahmen einer Überblickstudie festgestellt, dass das Sulfat im Wasser vor allem aus der Landwirtschaft und dem Braunkohletagebau stammt. Darüber hinaus sollen die Folgen des Klimawandels die hohe Konzentration an Sulfat im Wasser begünstigen.

Landwirtschaft

Die meisten Sulfate gelten als gut wasserlöslich, sodass diese in verschiedenen Konzentrationen im Grundwasser vorkommen. So kann der Abbau von organischem Material, die Verwitterung von Mineralien und der Vulkanismus auf natürliche Weise dazu beitragen, dass Sulfat in Binnengewässern entsteht. Dennoch haben die Forscher um Dominik Zak herausgefunden, dass der hohe Sulfatgehalt unter anderem auf den Einfluss der Menschen zurückzuführen ist.

Infolge des landwirtschaftlichen Einsatzes schwefelhaltiger Düngemittel gelangen jährlich rund 50 Prozent des gesamten eingetragenen Schwefels in die Umwelt. Verursacht wird Sulfat im Wasser laut dem dänischen Forscherteam demnach durch die Düngerauswaschungen aus Äckern und Feldern sowie aus den Abwässern der Landwirtschaft und Industrie.

Die weitreichenden Folgen des Klimawandels, wie etwa der zunehmende Starkregen, können das Sulfat aus den schwefelhaltigen Böden weiter in die Gewässer spülen.

Braunkohletagebau

In Kohleabbaugebieten wurde ebenfalls ein außergewöhnlich hoher Sulfatgehalt im Wasser festgestellt. Für den Abbau und die Förderung der Braunkohle muss das Grundwasser teilweise 100 Meter tief abgesenkt werden, wodurch dieses mit den Sulfidmineralien Pyrit und Markasit im Gestein in Kontakt kommt. Durch die Oxidation des Pyrits an der Luft entsteht Eisenocker und eben auch Sulfat. Durch den Anstieg des Grundwassers werden die Mineralien in die Gewässer getragen.

So ist beispielsweise die Sulfatbelastung in der Spree durch den Braunkohletagebau stark angestiegen. In einigen Teilen soll der Sulfat-Grenzwert für Trinkwasser um 250 Milligramm pro Liter überschritten sein.

Selbst die Einführung spezieller Filtertechniken oder der Ausstieg aus der Braunkohleförderung verhindert nicht, dass das Sulfat im Wasser ein langfristiges Umweltproblem darstellt. Durch das Sulfat im Grundwasser soll laut Forschern nicht nur die Qualität des Trinkwassers beeinflusst werden, sondern darüber hinaus auch die natürlichen Stoffkreisläufe von Stickstoff, Kohlenstoff und Phosphor.

Durch den erhöhten Nährstoffgehalt wird das Pflanzen- und Algenwachstum in den Gewässern begünstigt, wodurch ein Sauerstoffmangel im Wasser entstehen kann. Dieser Mangel an Sauerstoff bewirkt wiederum eine erhöhte Freisetzung von Phosphor, was ebenfalls negative Auswirkungen haben kann.

Sulfate und körperliche Gesundheit

In Bezug auf die körperliche Gesundheit sollen Sulfate unterschiedliche Auswirkungen haben. In Mineralwasser wird teilweise sogar großen Wert auf einen hohen Sulfatgehalt gelegt.

Ein Mangel an Sulfat kann zu Hautproblemen, brüchigen Nägeln und Störungen der Verdauung führen. Davon betroffen sollen insbesondere Menschen sein, die ohnehin unter chronischen Verdauungsbeschwerden leiden. Aus diesem Grund sind Sulfate ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und spielen eine große Rolle für den Menschen.

Wichtige Rolle für den Menschen

Menschen nehmen die primären Sulfate hauptsächlich über die Nahrung, aber auch über den Verzehr von Mineralwasser auf.

Eine Zufuhr in bestimmten Mengen ist für den menschlichen Körper sehr wichtig, da dieser selbst keine Sulfate bilden kann. Diese sind maßgeblich am Aufbau der Körper- und Knorpelsubstanz, der Festigkeit von Haut, Haaren und Nägeln sowie dem Bau der körpereigenen Proteine beteiligt. Auch die Verdauung und der Fettstoffwechsel der Leber und Galle sollen durch die Aufnahme von Sulfat gefördert werden.

Grundsätzlich wird zwischen folgenden Sulfaten unterschieden:

  • Calciumsulfat
  • Magnesiumsulfat
  • Natriumsulfat

Diese Sulfate sollen wichtige Prozesse und Funktionen im Körper aufrechterhalten. Die lebensnotwendigen Mineralien können vom Körper nicht selbst produziert werden, sodass eine Aufnahme über die Nahrung und das Trinkwasser erforderlich ist.

Magnesium, Calcium und Kalium sollen sich in ihren Funktionen gegenseitig unterstützen und sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Die Eigenschaften des Sulfats können im Zusammenspiel mit diesen Mineralien ebenfalls verstärkt werden, wodurch unterschiedliche Heilungsprozesse unterstützt werden sollen – insbesondere in Bezug auf die Verdauung.

Natriumsulfat wird beispielsweise in der Medizin häufig als wässrige Lösung zum Abführen eingesetzt, was sich besonders gut bei der Darmreinigung oder vor Diäten und Fastenkuren auswirken soll. Die Lösung wird mittels Glaubersalze hergestellt. Jedoch ist in solchen Fällen die richtige Konzentration und Dosierung maßgeblich.

Folgen bei Überdosierung

Mineralwasser wird dann als sulfathaltig bezeichnet, wenn es mindestens 200 Milligramm pro Liter (mg/l) Sulfat enthält. Darüber hinaus gibt es sogenannte spezielle „Heilwasser“, die sogar einen Sulfatgehalt von mindestens 1.200 mg/l aufweisen.

Aufgrund der Zusetzung wichtiger Mineralien leiden die wenigsten Menschen in Deutschland unter einem Sulfatmangel. Auch eine Überdosierung ist im Rahmen einer normalen Ernährung unwahrscheinlich. Empfindliche Menschen müssen jedoch durchaus mit Nebenwirkungen rechnen, wenn sie ein Mineralwasser mit überdurchschnittlich hohem Sulfatgehalt zu sich nehmen.

So soll eine Überdosierung von Natriumsulfat zu Durchfall und Bauchkrämpfen führen. Zusätzlich kann ein übermäßiger Konsum von Sulfat unter Umständen Übelkeit und Blähungen verursachen.

Sulfathaltiges Wasser für Babys

Für die Symptome einer Überdosierung von Sulfaten sind insbesondere Babys sehr anfällig. Sulfathaltiges Wasser kommt für die Zubereitung von Babynahrung daher nicht infrage.

Grundsätzlich sollte man bei Säuglingen auf einen geringen Mineralstoffgehalt im Wasser achten. Die Niere eines Säuglings kann lediglich geringe Mengen Natrium ausscheiden, weshalb eine hohe Zufuhr von Sulfat Durchfall verursachen kann.

Der Grenzwert für Sulfat im Wasser, welches für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden kann, liegt laut § 15 der Vorgaben der Mineral- und Tafelwasserverordnung bei unter 240 mg/l.

Aus diesem Grund ist nicht jedes Mineralwasser für Babys geeignet. Grundsätzlich sollte man beim Kauf von Wasser daher auf den Zusatz „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ achten. Im Zweifel sollte man auf spezielles Babywasser zurückgreifen.

Gefahren für Leitungsrohre

Sulfat im Wasser ist auch für die Leitungsrohre nicht ganz ungefährlich. Eine hohe Konzentration an Sulfat im Trinkwasser kann die Wasserleitungen nachhaltig schädigen.

Wird der Grenzwert für Sulfat im Wasser überschritten, kann dies zu Korrosionsschäden in den Rohren führen. Dies kann unter Umständen unbemerkt und schleichend Rohrbrüche mit weitreichenden Folgen verursachen. Darüber hinaus beeinflusst eine Korrosion der Leitungsrohre auch die Qualität des Wassers.

Gesetzliche Regelungen

Um eine Verunreinigung des Trinkwassers zu vermeiden, ist die deutsche Trinkwasserverordnung für die Festsetzung der Grenzwerte verantwortlich. Dass diese Werte auch tatsächlich nicht überschritten werden, muss von den örtlichen Wasserwerken sichergestellt werden. Diese bereiten das Trinkwasser gemäß den gesetzlichen Vorgaben auf und sorgen dafür, dass die Grenzwerte eingehalten werden.

Sollte es dennoch zu einer Überschreitung der Grenzwerte kommen, muss dies umgehend dem zuständigen Gesundheitsamt mitgeteilt werden, sodass eventuell notwendige Schritte zum Schutz der Verbraucher eingeleitet werden können.

Grenzwerte für Trinkwasser

Da Sulfat bei Erwachsenen ab einer Menge von 1.200 mg/l und ab 500 mg/l bei Babys zu Störungen der Verdauung und Durchfallerkrankungen führen kann, ist die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte durch die Wasserwerke maßgeblich.

Während für Mineralwasser andere Werte gelten, darf das Sulfat im Trinkwasser einen Grenzwert von 250 mg/l nicht überschreiten.

Bereits ab einer Sulfatkonzentration von 300 mg/l kann das Wasser einen unangenehmen Geschmack annehmen, was deutlich gegen die Grundsätze der Trinkwasserqualität verstößt. Das Trinkwasser soll rein und neutral schmecken.

Außerdem spielt auch die Korrosionsgefahr von Leitungsrohren im Hinblick auf die Sulfat-Grenzwerte eine große Rolle. Besonders tragisch wäre eine Korrosion von Kupferrohren, da dieser Rost einen optimalen Nährboden für Bakterien und sonstige Krankheitserreger darstellt. Darüber hinaus können giftige Schwermetalle wie Cadmium, Zink, Kupfer und Blei durch die Korrosion freigesetzt werden.

Wasserfiltersystem für zu Hause

Wasserwerke sind zwar dazu verpflichtet, die Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung einzuhalten, jedoch können diese in der Regel nur einen Teil der im Trinkwasser enthaltenen Schadstoffe herausfiltern.

Um eine bessere Kontrolle über das Sulfat im Wasser sowie andere Schadstoffe zu haben, können spezielle Wasserfiltersysteme im Haus installiert werden. Sogenannte Osmoseanlagen sind dazu in der Lage, alle schädlichen Stoffe aus dem Trinkwasser zu filtern und reines Osmose-Wasser herzustellen.

Osmoseanlage

Eine Osmoseanlage dient dazu, reines und schadstofffreies Trinkwasser herzustellen. Dies gelingt durch die sogenannte Umkehrosmose:

img

Das rohe Leitungswasser wird zunächst durch einen Filter von groben Verunreinigungen befreit. Anschließend wird das Wasser gegen eine semipermeable (halbdurchlässige) Membran gepresst, die lediglich für Wassermoleküle durchlässig ist. Unreinheiten, Schadstoffe sowie jegliche unerwünschten Mineralien verbleiben jedoch auf der anderen Seite der Membran. Diese werden weggespült und in den Abfluss geleitet. Im nächsten Schritt wird das Osmosewasser durch einen Nachfilter erneut gefiltert und das Ergebnis ist ein schadstofffreies Trinkwasser.

Für die Umkehrosmose verwendet die Osmoseanlage einen Wasserleitungsdruck ab 3 bar. Je höher die Druckleistung der Anlage, desto reiner wird das Trinkwasser.

Vorteile

Die Vorteile einer Osmoseanlage sind vielfältig. Um hochqualitatives Trinkwasser zu erhalten, filtert die Anlage jegliche Verunreinigungen und Schadstoffe aus dem Wasser. Dazu gehören unter anderem:

  • Bakterien
  • Keime
  • Viren
  • Pestizide
  • Fungizide
  • Herbizide
  • Hormone
  • Medikamentenrückstände
  • Mikroplastik
  • Asbest
  • Uran
  • Nitrat
  • Nitrit
  • Phosphor
  • Ammonium
  • Chlor
  • u. v. m.

Auch Sulfate können aus dem Wasser gefiltert werden und im Nachhinein durch eine Wasserveredelungskartusche in angemessener Menge wieder zugesetzt werden, falls dies gewünscht ist.

Die Trinkwasserverordnung soll zwar dafür sorgen, dass das Trinkwasser aus den Leitungen nicht schädlich für die Gesundheit des menschlichen Körpers ist, es besteht dennoch das Risiko, dass die Wasserwerke nicht alle Schadstoffe aus dem Wasser herausfiltern.

Darüber hinaus sind nicht alle Stoffe von der Trinkwasserverordnung erfasst, sodass dahingehende Grenzwerte auch nicht vom Gesundheitsamt überprüft werden können. So können etwaige Chemikalien mit hormonartiger Wirkung eine große Belastung für den Körper darstellen, vor allem dann, wenn man täglich Leitungswasser konsumiert.

Ein Wasserfiltersystem wie die Osmoseanlage sorgt dementsprechend für Sicherheit und versorgt den gesamten Haushalt mit einwandfreiem und unbedenklichem Trinkwasser.

Ein weiterer Vorteil sind die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Osmosewasser. So kann das aufbereitete Wasser für folgende Dinge im Alltag genutzt werden:

  • zum Kochen/Zubereiten von Speisen
  • zur Eiswürfelherstellung
  • für Kaffee, Tee und sonstige Getränke
  • für den kalkfreien Einsatz in Küchengeräten und Kaffeemaschinen
  • für das Bewässern von Pflanzen
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Lisa Scholl

Wasserfilter-Expertin