Kupfer im Trinkwasser – wie gefährlich ist das Schwermetall?
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Kupfer im Trinkwasser – ein Risiko für die Gesundheit?

Kupfer ist nach Blei eines der wichtigsten Schwermetalle in der Diskussion um Verunreinigungen im Trinkwasser. Kupfer in Leitungswasser wird häufig unterschätzt – obwohl es bei erhöhten Konzentrationen als Ursache für verschiedene Erkrankungen und Beschwerden identifiziert wurde. Besonders kritisch ist die Situation für Säuglinge und Kleinkinder, da schon geringe Mengen Kupfer für sie schädlich sein können. Welche Grenzwerte für Kupfer im Trinkwasser gelten und wie das Metall effektiv aus dem Wasser gefiltert werden kann, zeigt dieser Artikel.

upfer ist nach Blei eines der wichtigsten Schwermetalle in der Diskussion um Verunreinigungen im Trinkwasser. Kupfer in Leitungswasser wird häufig unterschätzt – obwohl es bei erhöhten Konzentrationen als Ursache für verschiedene Erkrankungen und Beschwerden identifiziert wurde. Besonders kritisch ist die Situation für Säuglinge und Kleinkinder, da schon geringe Mengen Kupfer für sie schädlich sein können. Welche Grenzwerte für Kupfer im Trinkwasser gelten und wie das Metall effektiv aus dem Wasser gefiltert werden kann, zeigt dieser Artikel.

Deshalb kann Kupfer im Trinkwasser vorkommen

Das Trinkwasser, das von öffentlichen Versorgungsunternehmen geliefert wird, entspricht in der Regel hohen Qualitätsstandards. Allerdings kann seine Beschaffenheit beeinflusst werden, wenn es durch die internen Leitungssysteme eines Gebäudes fließt. Eine Verunreinigung durch Kupfer hängt also in der Regel mit dem Material der Wasserleitungen zusammen.

Grundsätzlich gilt: Ist das hindurchfließende Wasser von hoher Qualität, bilden Kupferrohre innerhalb weniger Wochen nach Inbetriebnahme eine Schutzschicht aus Oxid, die das Auswaschen des Metalls verhindert. Ist das Wasser hingegen weich und weist einen sauren pH-Wert (unter 7,0) auf, kann Kupfer leicht aus den Rohren gelöst und ins Wasser freigesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Wasserleitungen eine Zulassung des DVGW aufweisen – zudem kann in Gebieten mit hartem Wasser auf verzinkte Kupferrohre als Alternative zurückgegriffen werden.

Doch nicht nur die Wasserleitungen können die Ursache für einen Anstieg des Kupfergehalts sein: Auch über Kupferboiler oder Armaturen kann das Schwermetall ins Trinkwasser gelangen.

Wie viel Kupfer ist im Leitungswasser?

Als erster Indikator für eine überhöhte Kupferkonzentration kann ein metallischer Geschmack im Wasser hinweisen. Besonders hohe Kupferwerte findet man dabei oft in warmem Wasser oder in Wasser, das längere Zeit in den Leitungen gestanden hat. Lässt man das Wasser für einen Moment laufen, verringern sich diese Konzentrationen bereits in kürzester Zeit deutlich.

Für eine genaue Bestimmung, ob das Trinkwasser mit Kupfer oder anderen Verunreinigungen belastet ist, empfiehlt sich eine professionelle Wasseruntersuchung. Diese Analyse ermöglicht es auch Privatpersonen, die Wasserqualität in ihrem Haushalt zu überprüfen und die Sicherheit der Wasserleitungen zu gewährleisten.

Gibt es einen Grenzwert für Kupfer im Trinkwasser?

Kupfer ist zwar ein essenzielles Spurenelement für den Menschen – dennoch kann ein Überschuss gesundheitsschädlich sein. Ein Erwachsener benötigt täglich etwa 2 mg Kupfer, die normalerweise über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine zusätzliche Kupferaufnahme durch Wasser ist daher unnötig und in hohen Konzentrationen schädlich, weshalb die WHO und die EU den Grenzwert von 2 mg pro Liter festgelegt haben. Kleine Mengen Kupfer im Trinkwasser sind also grundsätzlich unbedenklich, eine langfristige Aufnahme von mehr als 5 mg pro Tag kann hingegen durchaus gesundheitliche Probleme verursachen.

Für Säuglinge und Neugeborene sind bereits geringere Kupferkonzentrationen gefährlich. In der Vergangenheit gab es wiederholte Beobachtungen von frühkindlicher Leberzirrhose bei Säuglingen, die mit hohen Kupferwerten im Wasser in Verbindung gebracht wurden, speziell bei Konzentrationen über zehn Milligramm pro Liter.

Die in der Klinik dokumentierten Fälle betrafen jedoch hauptsächlich Säuglinge, die Wasser aus privaten Brunnen nutzten, das durch Kupferrohre, Kupferboiler oder in Kontakt mit Kupfergeschirr kam. Im Gegensatz dazu wurden aus dem Bereich der öffentlichen Trinkwasserversorgung keine solchen Krankheitsfälle gemeldet. Getränke für Kleinkinder sollten zur Sicherheit jedoch grundsätzlich nie mit kupferhaltigem Wasser zubereitet werden – ebenso sollten Schwangere vorsichtig sein.

Kann man Kupfer im Wasser über den pH-Wert erkennen?

Die Bestimmung von Kupfer im Trinkwasser kann nicht allein durch die Überprüfung des pH-Wertes erfolgen, da dieser lediglich ein Maß für die Säure- oder Basenstärke des Wassers ist. Um den Kupfergehalt zu messen, sind stattdessen spezielle chemische Analysen erforderlich.

Der pH-Wert des Trinkwassers ist dennoch ein wichtiger Indikator, da er die chemischen Bedingungen im Wasser definiert und damit indirekt die Löslichkeit von Metallen wie Kupfer beeinflusst. Es gilt: Wasser mit einem niedrigen pH-Wert, also saures Wasser, erhöht das Risiko der Korrosion von Kupferrohren. Diese Korrosion kann wiederum dazu führen, dass Kupfer aus den Leitungen gelöst wird und in das Trinkwasser gelangt.

In Gebäuden mit älteren Kupferrohrinstallationen oder in Gebieten mit natürlich saurem Wasser kann daher ein erhöhter Kupfergehalt im Trinkwasser auftreten. In Bereichen, wo die Wasserqualität durch industrielle Aktivitäten, Bergbau oder Landwirtschaft beeinträchtigt sein könnte, oder in Häusern mit veralteter oder schlecht gewarteter Sanitärtechnik, sind regelmäßige Wassertests sinnvoll. Vorbeugend kann auch ein hochwertiger Wasserfilter eingesetzt werden, um das Schwermetall aus dem Trinkwasser zu filtern und so eine optimale Wasserqualität sicherzustellen.

Kann man Wasser aus Kupferleitungen trinken?

Kupfer ist ein häufig verwendetes Material in Wasserleitungen und unter bestimmten Bedingungen völlig sicher für die Trinkwasserversorgung. Kupferrohre sind allgemein für ihre Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit bekannt. Wie bereits erwähnt, bildet das Material unter normalen Bedingungen eine natürliche Oxidschicht, die das Metall vor weiterer Korrosion schützt und verhindert, dass Kupfer in nennenswerten Mengen ins Wasser gelangt.

Doch die Qualität des Wassers hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie sicher Wasser aus Kupferleitungen ist. Weiches Wasser oder Wasser mit einem niedrigen pH-Wert kann die Korrosion von Kupferleitungen beschleunigen, was zu einer erhöhten Freisetzung von Kupfer ins Wasser führt. In den meisten Fällen ist Wasser aus Kupferleitungen also sicher zu trinken – vorausgesetzt, die Leitungen sind in gutem Zustand und das Wasser hat keine Eigenschaften, die die Korrosion von Kupfer fördern.

Bei Bedenken oder festgestellten hohen Kupferwerten im Wasser sollten jedoch zusätzliche Maßnahmen wie der Einsatz von Wasserfiltern oder die Überprüfung und gegebenenfalls Erneuerung der Rohrleitungen in Betracht gezogen werden.

Ist Kupfer gesund für den Körper?

Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement und spielt eine wichtige Rolle für eine ganze Reihe an Körperfunktionen. So ist es beispielsweise notwendig für den Kollagenstoffwechsel, unterstützt die Funktion von Gehirn und Nervensystem, ist am Aufbau von Knochen beteiligt und beeinflusst auch die Pigmentierung von Haut und Haaren. Darüber hinaus wirkt Kupfer auch auf den Eisenstoffwechsel, den Sauerstofftransport und den Energiestoffwechsel ein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen täglichen Kupferbedarf von 0,2 bis 0,6 mg für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten und 0,5 bis 2 mg für Kinder und Erwachsene. Normalerweise kann dieser Bedarf problemlos über die Nahrung gedeckt werden. Dennoch sehen Experten bei einer täglichen Kupferaufnahme von bis zu 10 mg pro Person kein signifikantes Gesundheitsrisiko.

Kupfer im Trinkwasser

Ausnahmen bestehen auch hier: Personen mit erblichen Kupferstoffwechselstörungen, wie Morbus Wilson, sollten ihre Kupferaufnahme aufgrund eingeschränkter Ausscheidungsfähigkeit deutlich niedriger halten, da sich das Metall in der Leber, im Gehirn und in den Augen anreichern und zu Lebererkrankungen oder neurologischen Störungen führen kann.

Was tun bei zu viel Kupfer im Wasser?

Um zu überprüfen, ob das Leitungswasser erhöhte Kupferwerte aufweist, ist ein Wassertest eine einfache und effektive Lösung. In der Regel kann dabei selbst eine Wasserprobe entnommen und zur Analyse in ein entsprechendes Labor gesendet werden.

Bei Bedenken hinsichtlich einer Kupferbelastung durch stehendes Wasser in den Rohrleitungen schafft eine einfache Methode Abhilfe: Nach einer Standzeit von etwa drei bis vier Stunden sollte das Trinkwasser so lange ablaufen, bis das Wasser, das aus dem Hahn kommt, spürbar kalt ist. Dieses frische Wasser stammt direkt vom Wasserversorger und hat üblicherweise nicht genügend Zeit gehabt, um signifikante Mengen an Schwermetallen aus den Rohrleitungen aufzunehmen.

In Gebäuden, in denen Kupferleitungen verwendet werden und der pH-Wert des Wassers bei 7,4 oder darunter liegt, rät das Umweltbundesamt, das Wasser bereits nach einer Standzeit von 30 Minuten ablaufen zu lassen, um das Risiko einer Kupferkontamination zu reduzieren.

Lässt sich Kupfer aus dem Leitungswasser filtern?

Für zusätzliche Sicherheit können auch technische Hilfsmittel genutzt werden, um Kupfer effektiv aus dem Trinkwasser zu filtern:

  • Aktivkohle-Blockfilter: Aktivkohle besitzt eine hohe Adsorptionsfähigkeit und filtert Kupfer sowie andere Schadstoffe wie Chlor effektiv aus dem Wasser heraus. Hochwertige Aktivkohlefilter können bis zu 99 Prozent des Kupfers entfernen, selbst wenn das Wasser vorher stark belastet war. Solche Filter sind besonders aufgrund ihrer hohen Effizienz, einfachen Installation und Handhabung beliebt – es ist jedoch wichtig, einen Filter zu wählen, der speziell für die Entfernung von Kupfer geeignet ist.

  • Umkehrosmoseanlagen mit Membran-Technologie: Die moderne Technologie nutzt eine semipermeable Membran, um Kupfer und andere Schadstoffe wie Schwermetalle und Pestizide aus dem Trinkwasser zu entfernen. Das Wasser wird dabei durch die Membran gepresst, wobei lediglich die kleinen Wassermoleküle hindurchgelangen. Ein Nachteil dieser Methode ist, dass auch nützliche Mineralien entfernt werden und das Wasser leicht sauer werden kann. Zudem benötigen Umkehrosmoseanlagen mehr Wasser und sollten fachmännisch installiert und gewartet werden.

Wichtig zu wissen: Beide Filtermethoden erfordern eine regelmäßige Wartung der Filter, damit ihre Effizienz und Wirksamkeit sichergestellt werden kann. Sinnvoll sind auch Produkte, welche die Aktivkohle- und Membrantechnologie kombinieren – so kann das Kupfer noch gründlicher aus dem Wasser entfernt werden.

Kann man Kupfer im Trinkwasser abkochen?

Kupfer im Trinkwasser lässt sich – ebenso wie andere Schwermetalle – nicht durch Abkochen entfernen. Das Abkochen von Wasser ist zwar effektiv, um bakterielle Verunreinigungen oder Hormone im Trinkwasser zu beseitigen – hat jedoch keinen Einfluss auf die Konzentration von Metallen wie Kupfer.

Um Kupfer aus dem Trinkwasser zu entfernen, sind also spezielle Filtrationsmethoden wie Aktivkohlefilter oder Umkehrosmosesysteme notwendig.

Fazit

Kupfer ist als essenzielles Spurenelement in kleinen Mengen für die menschliche Gesundheit unerlässlich und spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen biologischen Prozessen, einschließlich des Kollagenstoffwechsels und der Funktion von Gehirn, Nerven und Knochen. Doch die tägliche Aufnahmeempfehlung für Kupfer wird normalerweise leicht durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt – Kupfer im Trinkwasser ist also nicht notwendig.

Viel eher kann ein erhöhter Kupfergehalt im Trinkwasser sogar gesundheitliche Risiken bergen, besonders bei Säuglingen und Menschen mit Kupferüberempfindlichkeit oder Stoffwechselstörungen wie Morbus Wilson. Kurzfristige Aufnahme hoher Kupfermengen kann zu Übelkeit, Erbrechen und anderen Verdauungsbeschwerden führen, während langfristige Exposition schwerwiegendere Folgen wie Leberschäden nach sich ziehen kann.

Um das Risiko einer Kupferkontamination zu reduzieren, ist es sinnvoll, das Wasser regelmäßig zu testen, – insbesondere in Häusern mit Kupferrohrleitungen und in Gebieten mit weichem oder saurem Wasser. Es wird zudem empfohlen, Wasser nach längerer Standzeit in den Leitungen ablaufen zu lassen.

Zur effektiven Reduzierung von Kupfer im Trinkwasser sind Technologien wie Aktivkohlefilter und Umkehrosmosesysteme sinnvoll. Diese filtern nicht nur Kupfer, sondern auch andere Schwermetalle aus dem Wasser und verbessern die Trinkwasserqualität so um ein Vielfaches.

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Lisa Scholl

Wasserfilter-Expertin