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Lisa Scholl

Lisa Scholl

Wasserfilter-Expertin

PFAS – Trinkwasser mit gefährlichen Chemikalien?

Unser tägliches Trinkwasser ist eine lebensnotwendige Ressource, auf die wir uns verlassen und der wir vertrauen. Doch was, wenn dieses vermeintlich reine Wasser gefährliche Chemikalien enthält? Eine Gruppe von Chemikalien, die als per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) bekannt ist, hat in den letzten Jahren verstärkt Schlagzeilen gemacht. PFAS sind allgegenwärtig und alarmierende Umweltgifte. Es ist nicht nur Oberflächenwasser betroffen – sogar unser kostbares Grundwasser ist gefährdet. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Präsenz von PFAS in unserem Trinkwasser sowie die neuen Grenzwerte ab 2026. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, ob Wasserfilter eine geeignete Lösung gegen die unsichtbare Bedrohung bieten können.

PFAS – gefährliches Umweltgift

Der Einsatz von Chemikalien in unserer modernen Welt ist weit verbreitet. Eine bestimmte Gruppe von Chemikalien, die sogenannten per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), hat jedoch in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erregt.

PFAS sind aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in zahlreichen Industriezweigen allgegenwärtig – von der Lebensmittelverpackung über Textilien bis zum Feuerlöschschaum. Auch in Pfannenbeschichtungen, Teppichen und Möbeln kommen die wasser-, fett- und schmutzabweisenden Industriechemikalien häufig vor.

Kommen per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen mit kontaminiertem Boden, Wasser oder Luft in Berührung, ist eine Kontamination von Lebensmitteln oder gar Trinkwasser nicht ausgeschlossen. Leider haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass PFAS nicht nur persistent sind, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen können. Diese umfassen beispielsweise ein erhöhtes Risiko an Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Fruchtbarkeitsstörungen oder gar Krebs zu erkranken. Daher haben bereits zahlreiche Länder und Regionen Maßnahmen ergriffen, um die Verwendung der schädlichen Substanzen einzudämmen oder vollständig zu verbieten. In privaten Haushalten kommt beispielsweise zunehmend der Einsatz von Filtersystemen, beispielsweise der Filterpatrone Superpure vor, um gegen unerwünschte Stoffe im Trinkwasser vorzugehen.

PFAS im Wasser

Eine besonders alarmierende Tatsache ist, dass PFAS in unser Trinkwasser gelangen können. Durch die Anwendung von PFAS-haltigen Produkten sowie durch Industrieabwässer gelangen die schädlichen Alkylverbindungen in die Umwelt und letztlich auch in unsere Gewässer.

So wurde eine besonders hohe PFAS-Belastung in Nordrhein-Westfalen erstmals im Jahr 2006 im Hochsauerland entdeckt. Grund für die PFAS-Konzentration waren illegale Abfallverbringungen über landwirtschaftliche Nutzflächen. Der lange Abbauzyklus von PFAS bedeutet, dass sie nur langsam aus der Umwelt entfernt werden und sich im Laufe der Zeit ansammeln können.

Oberflächengewässer und Grundwasser

Sowohl Oberflächengewässer wie Flüsse und Seen als auch Grundwasserquellen sind potenzielle Kontaminationsquellen für PFAS. Eine Studie des Umweltbundesamtes (1) hat offenbart, dass in Deutschland eine Vielzahl von Gewässern mit PFAS belastet ist. Besonders betroffen sind Regionen mit industrieller Produktion (oder durch vermehrtem Einsatz PFAS-haltiger Produkte). Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften können PFAS große Entfernungen zurücklegen und somit auch weit entfernte Wasserquellen kontaminieren.

Ab dem Frühjahr 2006 wurden auch in Nordrhein-Westfalen regelmäßige Untersuchungen zur Erfassung von PFAS in Oberflächengewässern und Grundwasserquellen durchgeführt. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Gebieten, die von den Abfallmischungen der Firma GW Umwelt betroffen waren – insbesondere dem Einzugsgebiet der Ruhr und der Lippe. Das intensive Monitoring zeigte, dass Perfluoroctansäure (PFOA) eine Hauptkomponente in diesen Gewässern war.

Im Herbst 2006 wurden die PFAS-Untersuchungen landesweit ausgeweitet. Dabei wurden Messstellen im Abstrom von Kläranlagen und im Zustrom von Wasserwerken untersucht -speziell in Gebieten mit hoher Bedeutung für die Trinkwasserversorgung. Zudem wurden gemäß den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie regelmäßige Überblicksmessungen an ausgewählten Oberflächengewässern durchgeführt.

Des Weiteren wurden ausgewählte Grundwassermessstellen abhängig von ihrer Lage und potenziellen PFAS-Eintragsquellen sowie ihrem Standort in Trinkwassereinzugsgebieten sukzessive auf PFAS untersucht. Insgesamt liegen in Nordrhein-Westfalen Untersuchungsergebnisse von über 400 Messstellen an über 100 verschiedenen Fließgewässern vor.

Die Untersuchungen führten zur Identifizierung weiterer Quellen für PFAS im Gewässernetz von NRW. Maßnahmen zur Reduzierung wurden im Bereich der Abwassereinleitungen von industriellen und gewerblichen Betrieben umgesetzt.

Neue Grenzwerte ab 2026

Um die Bevölkerung vor den potenziellen Risiken von PFAS zu schützen, hat die Europäische Union beschlossen, neue Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser einzuführen. Ab dem Jahr 2026 wird der maximale Grenzwert für PFAS bei 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen. Dieser Grenzwert soll sicherstellen, dass das Trinkwasser keine gesundheitsschädlichen Mengen an PFAS enthält und somit die Gesundheit der Bevölkerung schützt.

Auch der Deutsche Bundesrat legt mit der neuen Trinkwasserrichtlinie (2) Grenzwerte fest. Hiernach müssen Versorger ab dem Jahr 2026 sicherstellen, dass 20 der PFAS-Substanzen einen gesamten Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter nicht überschreiten dürfen. Ab 2028 gilt für die vier bedenklichsten PFAS ein Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter.

Die Einführung dieser neuen Grenzwerte ist ein wichtiger Schritt, um die Belastung des Trinkwassers mit PFAS zu reduzieren. Es ist jedoch auch von entscheidender Bedeutung, dass die Industrie und andere beteiligte Akteure Maßnahmen ergreifen, um den Einsatz von PFAS zu minimieren und umweltfreundlichere Alternativen zu finden. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Gefahren von PFAS eindämmen und die Sicherheit unseres Trinkwassers gewährleisten.

Trotz der zukünftig geltenden Neufassung der Trinkwasserverordnung liegt es in unserer Verantwortung, das Bewusstsein für dieses Umweltgift zu schärfen und Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Gewässer und unser Trinkwasser zu schützen. Nur durch eine nachhaltige und umweltbewusste Nutzung von Chemikalien können wir eine gesunde und lebenswerte Zukunft für uns und kommende Generationen sicherstellen.

Chemiker kritisieren Höhe der PFAS-Grenzwerte

Selbstverständlich gibt es auch Kritik an den neuen PFAS-Grenzwerten. Einige Fachleute argumentieren, dass die festgelegten Leitwerte immer noch zu hoch sind und keinen ausreichenden Schutz vor der Verbreitung und gesundheitlichen Risiken bieten. Sie weisen insbesondere darauf hin, dass selbst geringe Mengen an PFAS langfristig gesundheitliche Auswirkungen haben können und daher eine strengere Regulierung erforderlich ist.

Ferner soll die Regulierung der als besonders gefährlich eingestuften PFAS-4-Stoffe im Trinkwasser erst im Jahr 2028 erfolgen. Dieser Handlungszeitraum sei in Anbetracht der Gefährlichkeit und wissenschaftlichen Erkenntnisse deutlich zu lang. Diese Diskussion verdeutlicht, dass das Thema PFAS und die damit verbundenen Risiken weiterhin umfassende Aufmerksamkeit und Forschung erfordern.

Wasseraufbereitung kann teuer werden

Die Entfernung von PFAS aus dem Trinkwasser kann eine Herausforderung und mit erheblichen Kosten verbunden sein. Aufgrund der chemischen Eigenschaften und der Persistenz von PFAS ist herkömmliche Wasseraufbereitungstechnologie oft nicht ausreichend, um diese Stoffe effektiv zu entfernen.

Spezielle Behandlungsverfahren wie Aktivkohlefilterung oder Umkehrosmose, beispielsweise durch einen Untertischfilter Solo Superpure, müssen eingesetzt werden, um PFAS zu eliminieren. Diese Technologien erfordern jedoch eine spezielle Ausrüstung und regelmäßige Wartung, was zu erhöhten Betriebskosten für Wasserwerke und Wasseraufbereitungsanlagen führen kann. Die finanziellen Auswirkungen einer umfassenden PFAS-Entfernung sollten bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Gewährleistung der Wasserqualität berücksichtigt werden.

Sonderuntersuchungs-programm Trinkwasser

Um die Belastung des Trinkwassers mit PFAS zu überwachen, hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Jahr 2006 ein Sonderuntersuchungsprogramm zur Erfassung von PFAS im Trinkwasser ins Leben gerufen. Dieses Programm dient dazu, belastete Gebiete zu identifizieren, potenzielle Risiken zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung zu reduzieren.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Trinkwasserproben risikoorientiert ausgewählt und umfassten überregionale Versorger, Ballungsräume sowie Gebiete mit möglichen Eintragsquellen von Umweltkontaminanten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hintergrundbelastung des Trinkwassers in Bayern, mit Ausnahme bestimmter Gebiete im Landkreis Altötting, weit unter dem Zielwert der Trinkwasserkommission von 0,1 Mikrogramm pro Liter lag. In Nordbayern wurden in 42 Prozent der Proben überhaupt keine PFAS nachgewiesen, während in Südbayern sogar 70 Prozent der Proben keine PFAS enthielten. Bei den übrigen Proben lagen die Gehalte einzelner PFAS unterhalb des Zielwerts. Die Ergebnisse für den Landkreis Altötting wurden separat behandelt, da dieser aufgrund der langjährigen industriellen Verwendung von PFOA eine Sonderstellung in Bezug auf die PFAS-Belastung einnahm.

Insgesamt wurden im Rahmen des Untersuchungsprogramms über 100 verschiedene Trinkwässer analysiert. Die Studie zeigt, dass die PFAS-Belastung im bayerischen Trinkwasser im Allgemeinen niedrig ist und die geltenden Zielwerte eingehalten werden.

Untersuchungen auf PFAS in Tafel- und Mineralwasser

Neben dem Trinkwasser wird auch Tafel- und Mineralwasser auf das Vorhandensein von PFAS untersucht. Verbraucher sind über die potenzielle Kontamination abgefüllten Wassers mit diesen Chemikalien zunehmend besorgt. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden haben reagiert und intensive Untersuchungen durchgeführt, um die Sicherheit dieser Produkte zu gewährleisten. Durch diese Tests können potenziell belastete Produkte identifiziert und vom Markt genommen werden, um die Verbraucher zu schützen. Es ist wichtig, dass die Kontrolle und Regulierung von PFAS nicht nur auf das Trinkwasser, sondern auch auf andere Wasserquellen ausgedehnt wird, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchte im Jahr 2009 eine Serie von 26 Tafelwässern, die in Gebieten abgefüllt wurden, in denen Trinkwasser durch Uferfiltration gewonnen wird. Die Untersuchungen sollten die vorherigen Untersuchungen von 2007 zu PFAS in mit Uferfiltrat beeinflussten Trinkwässern ergänzen und wiederholen. In 20 der 26 untersuchten Tafelwässer wurden keine PFAS nachgewiesen. Drei Proben enthielten Spuren, die unterhalb der Nachweisgrenze lagen. Bei drei weiteren Proben wurden Gehalte einzelner PFAS über der Nachweisgrenze festgestellt.

Die Präsenz von PFAS in unserem Trinkwasser und anderen Wasserquellen ist eine ernst zu nehmende Angelegenheit, die weiterhin Aufmerksamkeit und Handeln erfordert. Sowohl die Festlegung strengerer Grenzwerte als auch die Investition in effektive Wasseraufbereitungstechnologien sind wichtige Schritte auf dem Weg zu sauberem und gesundem Wasser für alle. Es liegt in der Verantwortung der Regierungen, der Industrie und der Verbraucher, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung mit PFAS zu minimieren und die Umwelt sowie unsere Gesundheit zu schützen.

Können Wasserfilter vor perfluorierten Chemikalien schützen?

Angesichts der wachsenden Besorgnis über eine PFAS-Kontamination suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, ihr Trinkwasser zu Hause zu filtern. Die Frage ist jedoch, ob herkömmliche Wasserfilter in der Lage sind, perfluorierte Chemikalien effektiv zu entfernen.

Es gibt verschiedene Arten von Wasserfiltern auf dem Markt, darunter Aktivkohlefilter, Umkehrosmose-Systeme und Ionenaustauschharze. Unsere Aktivkohlefilter von Sanquell  sind gebacken und damit einer der effektivsten Wasserfilter zur Entfernung von Schadstoffen. Aber auch Umkehrosmose-Systeme können PFAS zuverlässig entfernen, wobei ihre Effizienz je nach Filterqualität variieren kann.

Es ist wichtig, zu beachten, dass die Effektivität der Wasserfilter von verschiedenen Faktoren abhängt, einschließlich der Konzentration und Art der PFAS im Wasser sowie der spezifischen Filtertechnologie. Daher ist es ratsam, sich bereits vor dem Kauf eines Wasserfilters über die Wirksamkeit und die spezifischen Kontaminanten zu informieren, die er entfernen kann. Filter, wie die von Sanquell, erfüllen bestimmte Standards und können somit eine bessere Wahl, um eine effektive Entfernung von PFAS zu gewährleisten.

Fazit

Die Gefährlichkeit von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen im Trinkwasser ist ein wichtiges Thema, welches sorgfältig überwacht und untersucht werden muss. PFAS sind persistent, bioakkumulativ und können potenziell negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Obwohl die untersuchten Proben (natürliches Mineralwasser, Tafelwasser und Trinkwasser) in Bayern weitgehend innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte und unter den empfohlenen Richtwerten lagen, ist eine regelmäßige Überwachung und Untersuchung auf PFAS von entscheidender Bedeutung. Die Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit PFAS im Trinkwasser erfordern weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen, um die Belastung zu minimieren und die Sicherheit des Trinkwassers zu gewährleisten.

Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich PFAS auch im Trinkwasser befinden. Allerdings gibt es bisher keinen Trinkwassergrenzwert, den die Trinkwasserverordnung bezüglich PFAS festgelegt hat. Dies soll sich demnächst jedoch ändern, sodass ab 2026 ein Summengrenzwert von 0,5 µg/L gelten soll.

Ja, es werden regelmäßig Untersuchungen durchgeführt, die die Menge an PFAS im Leitungswasser überprüfen sollen, um die menschliche PFAS-Aufnahme zu überprüfen.

PFAS befinden sich in zahlreichen Verbraucherprodukten, insbesondere in Kosmetika, Textilien, Ski-Wachsen, Kochgeschirr oder auch Papierbeschichtungen.

Im Gegensatz zu Leitungswasser ist im herkömmlichen Mineralwasser in der Regel kein PFAS enthalten. Dennoch kann ein gewisses Risiko bestehen, da sich PFAS in Böden und in Flusschlamm sowie auch im Grundwasser befinden können.

Quellen:

(1) Umweltbundesamt

(2) Bundesrat