Wann bilden sich Legionellen? Risiken & Schutz

Wann bilden sich Legionellen? Bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius, vor allem wenn Wasser in Leitungen steht. Schon nach 48 bis 72 Stunden Stagnation können in einer Hausinstallation Konzentrationen entstehen, die beim Duschen gesundheitlich relevant werden. Das klingt abstrakt, betrifft aber ganz alltägliche Situationen: die Rückkehr aus einem zweiwöchigen Sommerurlaub, eine selten genutzte Gästedusche im Keller, ein Ferienhaus, das monatelang leer steht. Die folgenden Abschnitte erklären die biologischen Hintergründe, die entscheidenden Risikofaktoren und welche Schutzmaßnahmen tatsächlich wirken.

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Die Kurzversion

  • Legionellen vermehren sich im warmen Wasser besonders schnell. Das höchste Wachstum liegt im Bereich um 36 °C.

  • Schon wenige Tage Stagnation können zu deutlich erhöhten Keimzahlen führen, etwa nach Urlaub, Leerstand oder bei selten genutzten Zapfstellen.

  • Biofilm und Einzeller in Wasserleitungen schützen die Erreger vor Hitze und chemischer Desinfektion. Heißes Wasser allein reicht daher oft nicht aus.

  • Wärmepumpen und abgesenkte Warmwassertemperaturen können das Risiko erhöhen, wenn die Anlage dauerhaft unter hygienisch sicheren Temperaturen betrieben wird.

  • Legionellenfilter mit Membrantechnologie bieten als physikalische Barriere sofortigen Schutz am Entnahmepunkt, unabhängig von der Temperatur in der Installation.

 

Wann und warum bilden sich Legionellen im Wasser?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in geringer Konzentration in Süßwasser vorkommen. Zu einem Gesundheitsrisiko werden sie erst in technischen Wassersystemen mit günstigen Wachstumsbedingungen. Wer verstehen möchte, wie Legionellen in der Wasserleitung entstehen, muss vor allem auf warme Temperaturen, Ablagerungen, Biofilm und fehlenden Wasseraustausch achten. Die Art Legionella pneumophila verursacht etwa 90 bis 95 Prozent der klinisch relevanten Legionellosen.

Im natürlichen Süßwasser wirkt unter anderem UV-Strahlung keimreduzierend. In Rohrleitungen fehlt dieser Effekt. Stattdessen entsteht ein geschlossenes System, in dem Temperaturen im kritischen Bereich über längere Zeit bestehen bleiben können, organische Ablagerungen als Nährstoffquelle dienen und kein UV-Licht eindringt. Moderne Trinkwasserinstallationen haben oft lange Leitungswege, Stichleitungen und selten genutzte Entnahmestellen. Genau dort entstehen besonders häufig günstige Bedingungen für die Vermehrung. Das Robert Koch-Institut fasst die Erreger-Eigenschaften, Infektionswege und Krankheitsbilder der Legionellose in einem umfassenden Ratgeber zusammen.

 

Legionellencheck - wann vermehren sich Legionellen?

Temperatur als entscheidender Wachstumsfaktor

Die Wassertemperatur ist der wichtigste Hebel für die Vermehrung. Unter 20 Grad vermehren sich Legionellen kaum. Im Bereich von 25 bis 45 Grad finden sie ideale Bedingungen, mit einem Wachstumsoptimum bei rund 36 °C. Ab 55 °C beginnt das Absterben, bei 60 Grad werden frei im Wasser befindliche Erreger innerhalb weniger Minuten inaktiviert, ab 70 Grad ist eine thermische Desinfektion möglich. Detaillierte Informationen dazu, bei welcher Temperatur Legionellen abgetötet werden, helfen bei der richtigen Einstellung des Warmwasserspeichers.

Bei optimaler Temperatur kann sich die Population etwa alle zwei bis drei Stunden verdoppeln. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Temperatur im Speicher, sondern auch die Temperatur an der Entnahmestelle. Ein Warmwasserspeicher mit 60 Grad schützt nicht automatisch, wenn das Wasser auf dem Weg durch lange oder schlecht gedämmte Leitungen in den kritischen Bereich abkühlt. Für die hygienische Bewertung zählt deshalb immer das Gesamtsystem aus Speicher, Zirkulation, Leitungsführung und Nutzungsverhalten.

 

Temperaturbereich

Verdopplungszeit / Verhalten

Risikobewertung

unter 20 °C

kein nennenswertes Wachstum

gering

20–25 °C

langsame Vermehrung

mäßig

25–45 °C

2–6 Stunden (Optimum bei 36 °C)

hoch bis kritisch

45–55 °C

verlangsamtes Wachstum

mäßig

ab 55 °C

Absterben beginnt

gering

ab 60 °C

Abtötung in Minuten

sehr gering

ab 70 °C

thermische Desinfektion

sehr gering

 

Wie schnell vermehren sich Legionellen bei Stagnation?

Sobald Wasser in Leitungen steht, fehlt der Austausch mit frischem Wasser, und die Wassertemperatur gleicht sich schrittweise der Umgebung an. Dadurch entstehen in vielen Installationen Bedingungen, unter denen Legionellen rasch zunehmen können. Besonders betroffen sind selten genutzte Zapfstellen, Gästebäder, leer stehende Wohnungen, Ferienhäuser und Leitungsabschnitte mit geringem Durchfluss.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Dynamik: Enthält ein Liter Wasser anfangs 10 Legionellen und verdoppelt sich die Zahl alle drei Stunden, ergeben sich nach 24 Stunden rechnerisch rund 2.560 Keime und nach 48 Stunden mehr als 650.000. In realen Systemen wird dieses Wachstum durch Nährstoffangebot, Biofilm und Konkurrenz begrenzt. Messungen aus der Praxis zeigen dennoch, dass bereits nach wenigen Tagen Stagnation deutlich erhöhte Konzentrationen erreicht werden können. Gerade die ersten Liter aus selten genutzten Leitungen gelten deshalb hygienisch als besonders kritisch.

 

Frau kommt ins Hotelzimmer
Auch während des Urlaubs besteht die Gefahr einer Infektion

Nach dem Urlaub: Warum die ersten Liter Wasser riskant sein können

Nach längerer Abwesenheit steht das Wasser oft über Tage oder Wochen in der Hausinstallation. In Sommermonaten können sich Leitungen in oberen Geschossen oder schlecht gedämmten Schächten zusätzlich aufheizen. Die ersten Liter aus Duschkopf oder Wasserhahn enthalten dann nicht nur abgestandenes Wasser, sondern häufig auch die höchste Keimbelastung der gesamten Nutzungssituation.

Wie lange Wasser nach dem Urlaub laufen sollte, erklärt der Ratgeber Legionellen – wie lange Wasser laufen lassen. Untersuchungen aus leerstehenden Gebäuden während der COVID-19-Pandemie haben gezeigt, dass mehrwöchige Schließungen regelmäßig mit erhöhten Legionellenwerten einhergingen. Das gilt nicht nur für große Gebäude, sondern auch für Einfamilienhäuser mit selten genutzten Badezimmern.

Biofilm: Nährstoffreservoir und Schutzbarriere für Legionellen

Auf der Innenseite jeder Wasserleitung bildet sich mit der Zeit ein Biofilm. Diese Schicht besteht aus Mikroorganismen, organischen Partikeln und Stoffwechselprodukten. Sie entsteht oft schon wenige Tage nach Inbetriebnahme einer Installation. Material, Wassertemperatur, Fließgeschwindigkeit und Wasserhärte beeinflussen, wie schnell sich der Belag aufbaut. In Leitungsabschnitten mit geringem Durchfluss wächst der Biofilm besonders stark.

Für Legionellen ist Biofilm gleich aus mehreren Gründen relevant. Er liefert Nährstoffe, schützt vor Scherkräften im Wasserstrom und erschwert das Eindringen von Hitze oder Desinfektionsmitteln. Selbst wenn an einer Zapfstelle kurzzeitig hohe Temperaturen anliegen, werden tiefer liegende Schichten oft nicht vollständig erfasst. Genau deshalb reichen einmalige Spülungen oder kurzfristige Temperaturerhöhungen in vielen Anlagen nicht aus, um ein bestehendes Problem dauerhaft zu beseitigen.

Amöben: Warum eingekapselte Legionellen 60 °C überleben

Im Biofilm leben häufig auch Amöben und andere Einzeller. Legionella pneumophila nutzt diese Wirtsorganismen gezielt zur Vermehrung. Die Bakterien dringen in die Zellen ein, vermehren sich dort und werden nach dem Zerfall der Wirtszelle in großer Zahl wieder freigesetzt. Dieser Mechanismus erhöht nicht nur die Keimzahl, sondern verbessert auch die Widerstandsfähigkeit der Erreger.

Besonders problematisch ist, dass eingekapselte Legionellen thermische Belastung oft besser überstehen als frei im Wasser schwimmende Bakterien. Untersuchungen zeigen, dass sie in Amöbenzysten gegenüber Hitze und chemischer Desinfektion deutlich robuster sein können. Das erklärt, warum thermische Maßnahmen in belasteten Systemen häufig nur kurzfristig wirken und warum die Rekolonisation nach einer scheinbar erfolgreichen Desinfektion oft schnell einsetzt.

Kaltwasserleitungen, Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer im Vergleich

Das Risiko ist je nach System sehr unterschiedlich. In zentralen Warmwasseranlagen größerer Gebäude entstehen die größten Probleme meist im Speicher, in Zirkulationsleitungen und in wenig genutzten Strängen. Besonders kritisch sind Speicher mit großen Wasservolumina und unzureichender Temperaturhaltung. Anlagen mit mehr als 400 Litern Speichervolumen fallen nicht nur hygienisch stärker ins Gewicht, sondern sind auch regulatorisch besonders relevant. In den unteren Speicherbereichen oder in schlecht durchströmten Zonen können Temperaturen entstehen, die Legionellen begünstigen.

Kaltwasserleitungen galten lange als wenig problematisch. Inzwischen zeigen Messungen aus warmen Sommerperioden jedoch, dass auch Kaltwasser in Gebäuden häufig auf über 20 oder sogar über 25 °C ansteigen kann. Das betrifft vor allem Leitungen in Schächten, Technikräumen und schlecht gedämmten Installationszonen. Werden Kalt- und Warmwasserleitungen ohne ausreichende thermische Trennung nebeneinander geführt, steigt das Risiko zusätzlich. Durchlauferhitzer sind im Vergleich meist günstiger, weil sie kein Warmwasser bevorraten. Die vorgelagerten Leitungen können bei langer Nichtnutzung trotzdem stagnieren und hygienisch auffällig werden.

Auch die Gebäudeart spielt eine wichtige Rolle. Mehrfamilienhäuser haben meist längere Steigleitungen, mehr Entnahmestellen und deutlich unterschiedlichere Nutzungsprofile als Einfamilienhäuser. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Zapfstellen über längere Zeit kaum genutzt werden. In Einfamilienhäusern ist das Leitungsnetz oft kürzer, doch Ferienhäuser, Einliegerwohnungen, Gästebäder oder Kellerduschen schaffen ähnliche Stagnationszonen. Das Risiko hängt deshalb weniger von der Gebäudekategorie allein ab als von Temperaturführung, Leitungslänge, Nutzungsfrequenz und Wartungszustand der Installation.

Saisonale und technische Risikofaktoren: Sommer, Wärmepumpen und Energiesparen

Legionellenprobleme treten nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt auf. In den Sommermonaten erwärmen sich Kaltwasserleitungen in vielen Gebäuden deutlich stärker als im Winter. Messungen aus deutschen Hitzeperioden zeigen, dass Kaltwasser in ungünstig geführten Leitungen zeitweise über 25 °C liegen kann. Gleichzeitig stehen Wohnungen, Büros und Ferienimmobilien in der Urlaubszeit oft über längere Zeit leer. Die Kombination aus höherer Umgebungstemperatur und Stagnation vergrößert das hygienische Risiko erheblich.

Hinzu kommt der technische Trend zu energieeffizienten Systemen. Wärmepumpen arbeiten wirtschaftlicher bei niedrigeren Vorlauf- und Speichertemperaturen. Werden Speicher oder Zirkulationssysteme dauerhaft im Bereich von 35 bis 50 °C betrieben, steigt das Risiko für Legionellen deutlich. Viele Anlagen nutzen deshalb eine Legionellenschaltung oder einen Booster-Heizstab. Fällt diese Funktion weg oder wird sie aus Energiespargründen deaktiviert, entsteht schnell ein hygienischer Zielkonflikt zwischen Effizienz und Sicherheit. Wie sich die Legionellengefahr bei Wärmepumpen konkret reduzieren lässt, sollte bei Planung und Betrieb frühzeitig geprüft werden.

Auch andere Energiesparmaßnahmen können unbeabsichtigt problematisch sein. Dazu gehören abgesenkte Speicher-Sollwerte, zu kurze Laufzeiten der Zirkulation oder schlecht gedämmte Leitungsführungen. Solarthermie-Anlagen liefern an sonnigen Tagen hohe Temperaturen, erreichen an bewölkten Tagen aber nicht immer das hygienisch nötige Niveau. Entscheidend ist daher nicht die einzelne Technologie, sondern ob im gesamten System dauerhaft Temperaturen und Nutzungsbedingungen eingehalten werden, die eine Vermehrung von Legionellen begrenzen.

Wärmepumpen - eine Gefahr für Legionellen?
Wärmepumpen können eine Legionellengefahr darstellen

Übertragung und Krankheitsbild: Aerosole, Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber

Legionellen gelangen in der Regel nicht durch Trinken in den Körper, sondern über feinste Wassertröpfchen, die eingeatmet werden. Solche Aerosole entstehen vor allem beim Duschen, in Whirlpools, in Anlagen mit Befeuchtungsfunktion und in Kühltürmen. Besonders relevant sind Entnahmestellen, an denen Wasser stark verwirbelt oder zerstäubt wird. Deshalb ist eine Dusche hygienisch deutlich kritischer als ein normal genutzter Küchenwasserhahn.

Die schwerste Erkrankung ist die Legionärskrankheit, eine atypische Lungenentzündung mit Fieber, Husten, Atemnot und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Inkubationszeit liegt meist zwischen zwei und zehn Tagen. Bei adäquater Therapie liegt die Sterblichkeit in vielen Kollektiven bei etwa 5 bis 10 Prozent. Ohne oder bei unzureichender Behandlung können 15 bis 35 Prozent der Fälle tödlich verlaufen. Bei schwer immungeschwächten Personen liegt das Risiko noch deutlich höher.

Daneben gibt es das Pontiac-Fieber. Diese Verlaufsform verursacht grippeähnliche Beschwerden ohne Lungenentzündung und heilt meist folgenlos aus. Für die Praxis ist wichtig, dass eine Infektion mit Legionellen sehr unterschiedliche Schweregrade annehmen kann. Das individuelle Risiko hängt von Alter, Vorerkrankungen, Rauchstatus und Immunsituation ab.

Grenzen der thermischen Desinfektion

Das Prinzip, Warmwasser dauerhaft auf 60 Grad oder bei Bedarf deutlich höher zu erhitzen, ist sinnvoll, hat in der Praxis aber klare Grenzen. Totleitungen werden oft nur unzureichend erfasst. Biofilm wirkt als thermische Barriere. In Amöben eingeschlossene Legionellen sind widerstandsfähiger als frei im Wasser befindliche Zellen. Außerdem beginnt die Wiederbesiedlung, sobald die Temperatur wieder sinkt und verbliebene Keime günstige Bedingungen vorfinden.

Für eine wirksame thermische Desinfektion müssen in der Regel an allen relevanten Entnahmestellen ausreichend hohe Temperaturen über die nötige Zeit gehalten werden. In komplexen Leitungsnetzen ist das technisch aufwendig und nicht immer zuverlässig umsetzbar. Genau deshalb gilt thermische Desinfektion eher als Sanierungs- oder Interventionsmaßnahme, nicht als alleinige Dauerlösung in strukturell problematischen Installationen.

Wie schnell kehren Legionellen nach einer Desinfektion zurück?

Selbst nach erfolgreicher Heißwasserbehandlung können Legionellen innerhalb von zwei bis sechs Wochen wieder nachweisbar sein. Der Grund liegt in verbliebenen Biofilmstrukturen, schlecht erreichbaren Leitungsabschnitten und in Mikroorganismen, die die Maßnahme überlebt haben. Eine einmalige Temperaturmaßnahme reduziert die Keimzahl oft deutlich, beseitigt aber die Ursache nicht.

Für dauerhaft stabile Ergebnisse müssen deshalb Systemmängel behoben werden. Dazu gehören Totleitungen, unzureichende Zirkulation, zu niedrige Speichertemperaturen und selten genutzte Entnahmestellen. Ohne solche Korrekturen bleibt die Rückkehr der Erreger in vielen Anlagen nur eine Frage der Zeit.

 

Legionellenschutz: Temperatur, Spülung, Filtration – was wann wirkt

Ein wirksamer Schutz vor Legionellen besteht immer aus mehreren Ebenen. Die Basis bilden korrekt eingestellte Speichertemperaturen, eine funktionierende Zirkulation, regelmäßig genutzte Zapfstellen und eine Installation ohne unnötige Totleitungen. Zusätzlich ist eine gute Dämmung wichtig, damit sich Kaltwasser nicht aufheizt und Warmwasser auf dem Leitungsweg nicht zu stark abkühlt. In Neubauten lässt sich dieses Prinzip meist gut umsetzen, in Bestandsgebäuden ist es oft schwieriger.

Regelmäßiges Spülen hilft vor allem bei selten genutzten Leitungen, ersetzt aber keine bauliche oder betriebliche Sanierung. Thermische Desinfektion kann die Keimzahl vorübergehend senken, stößt bei Biofilm und komplexen Netzen jedoch an Grenzen. In Situationen mit erhöhtem Risiko, etwa bei nicht sanierter Hausinstallation oder beim Betrieb einer Wärmepumpe unter hygienisch sicheren Temperaturen, kann eine Filtration direkt am Entnahmepunkt eine sofort wirksame Ergänzung sein.

 

Der Duschkopf Safety Chrom Premium mit Legionellenfilter

Legionellenfilter als Sofortschutz am Entnahmepunkt

Ein Legionellenfilter für die Dusche hält die Bakterien mechanisch zurück. Sterilfilter mit 0,2 Mikrometern Porengröße filtern Legionellen zuverlässig aus dem Wasser, unabhängig von Temperatur und Zustand der Hausinstallation. Legionellen sind typischerweise etwa 0,3 bis 0,9 Mikrometer breit und meist 2 bis 5 Mikrometer lang, in Sonderformen auch länger. Sie können die Membran daher nicht passieren.

Tipp: Sanquell bietet zertifizierte Legionellenfilter für Dusche, Wasserhahn und Badewanne an. Die Montage erfolgt direkt am Brauseschlauch oder Auslauf und ist in wenigen Minuten möglich. Vor allem in Mietwohnungen mit nicht sanierter Installation und bei Wärmepumpen-Betrieb unter 60 °C ist ein Punktfilter oft die einzige sofort umsetzbare Schutzmaßnahme, bis die eigentliche Ursache technisch behoben ist.

Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist

Ein besonders hohes Erkrankungsrisiko haben Personen über 50 Jahre, Raucher, Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen sowie immungeschwächte Personen. Bei diesen Gruppen verläuft eine Infektion häufiger schwer. Auch Vorerkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder eine immunsuppressive Therapie können das Risiko deutlich erhöhen.

In Deutschland wurden 2023 insgesamt 2.161 Legionellosen gemeldet, 2024 lag die Zahl bereits bei über 2.200 Fällen. Fachleute gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus, weil nicht jede atypische Pneumonie gezielt auf Legionellen untersucht wird. Gerade bei gefährdeten Personen ist deshalb besondere Vorsicht angezeigt, wenn eine Installation längere Zeit nicht genutzt wurde oder bereits hygienisch auffällig war.

Pflichten für Vermieter und Hausverwaltungen

Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber bestimmter Gebäudewasserversorgungsanlagen mit zentraler Warmwasserbereitung zu regelmäßigen Untersuchungen. In vermieteten Gebäuden gilt für relevante Anlagen in der Regel ein Untersuchungsintervall von drei Jahren. Wird der technische Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 Milliliter überschritten, müssen unverzüglich weitere Schritte eingeleitet werden. Dazu gehören die Information des Gesundheitsamts, eine Gefährdungsanalyse und die Umsetzung geeigneter Sanierungsmaßnahmen.

Für Eigentümer, Hausverwaltungen und Vermieter ist eine saubere Dokumentation entscheidend. Mieter haben Anspruch auf Information über relevante Untersuchungsergebnisse. Das Umweltbundesamt hat detaillierte Vorgaben zur systemischen Untersuchung von Trinkwasserinstallationen auf Legionellen veröffentlicht. Wer Prüfpflichten ignoriert oder bei einem auffälligen Befund nicht reagiert, riskiert erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Folgen.

Sofortmaßnahmen-Checkliste

Die folgenden Schritte helfen dabei, das Risiko kurzfristig zu senken und gleichzeitig Hinweise auf technische Schwachstellen der Installation zu erkennen. Sie ersetzen keine fachliche Untersuchung, sind aber als erste Orientierung sinnvoll. Besonders nach Urlaub, Leerstand oder bei selten genutzten Zapfstellen sollten diese Punkte systematisch geprüft werden.

  • Nach Abwesenheit spülen: Nach mehr als drei Tagen Stillstand sollten Warm- und Kaltwasser an jeder Zapfstelle mehrere Minuten laufen.

  • Warmwassertemperatur prüfen: Am Speicherausgang sollten mindestens 60 Grad erreicht werden; am entferntesten Entnahmepunkt sind mindestens 55 °C anzustreben.

  • Selten genutzte Zapfstellen einbeziehen: Gästebäder, Kellerduschen und Ausläufe in Nebenräumen sollten mindestens einmal pro Woche genutzt oder gespült werden.

  • Duschköpfe und Strahlregler reinigen: Kalk und Ablagerungen fördern Biofilm und sollten regelmäßig entfernt werden.

  • Punktfilter einsetzen: Bei erhöhtem Risiko kann ein zertifizierter Legionellenfilter an der Dusche sofortigen Schutz bieten.

  • Wasserprobe veranlassen: Bei Verdacht schafft nur eine Untersuchung durch ein akkreditiertes Labor Klarheit.

  • Prüfprotokolle anfordern: In Mehrfamilienhäusern sollten aktuelle Untersuchungsergebnisse bei der Hausverwaltung erfragt werden.

Häufige Fragen zur Legionellenbildung

Bilden sich Legionellen auch in Regenwasser- und Gartenbewässerungssystemen?

Ja. In Zisternen und Regenwasserspeichern sind Temperatur und organisches Material oft günstig für die Vermehrung. Kritisch wird es immer dann, wenn bei der Nutzung Aerosole entstehen, etwa durch Vernebelung, Hochdruckreiniger oder bestimmte Sprinklersysteme.

Wie lässt sich ohne Labor erkennen, ob Legionellen im Wasser sein könnten?

Legionellen sind sensorisch nicht wahrnehmbar. Weder Geruch noch Geschmack liefern einen verlässlichen Hinweis. Verdächtig sind nur indirekte Faktoren wie lange Stagnationszeiten, zu niedrige Warmwassertemperaturen, alte Installationen oder bereits bekannte Befunde. Sicherheit gibt nur eine Laboranalyse.

Sind neue Wasserleitungen frei von Legionellen?

Nein. Mikroorganismen besiedeln auch neue Leitungen innerhalb kurzer Zeit. Entscheidend ist daher nicht das Alter allein, sondern ob die Installation fachgerecht geplant, gespült, in Betrieb genommen und mit hygienisch sicheren Temperaturen betrieben wird.

Kann man Legionellen durch Abkochen des Wassers abtöten?

Für den Alltag löst das Abkochen das Hauptproblem meist nicht, weil die relevante Ansteckung typischerweise beim Einatmen von Aerosolen entsteht, etwa beim Duschen. Dort sind Maßnahmen an der Entnahmestelle oder in der Installation selbst entscheidend.

 

Die enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen; sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Inhalte dienen der Vermittlung von Wissen und sind nicht mit der individuellen Betreuung zu vergleichen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Experten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Der Artikel enthält Links zu unseren Produkten.

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