Kompakt erklärt
Ein Fluchtrucksack ist für die ersten Tage außerhalb des eigenen Zuhauses gedacht, je nach Umfang soll der Inhalt für 72 Stunden bis 10 Tage ausreichen.
Für die Bevorratung gelten rund 2 Liter Getränke und etwa 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag als Richtwerte.
Das Traggewicht sollte grob 20 bis 25 Prozent des eigenen Körpergewichts nicht überschreiten.
Abkochen wirkt gegen viele Krankheitserreger, entfernt aber keine Schwermetalle oder die meisten chemischen Verunreinigungen.
Geeignete Membranfilter können Bakterien und größere Mikroorganismen mechanisch zurückhalten.
Ein selbst gepackter Notfallrucksack kostet meist etwa 150 bis 400 Euro.
Was ein Fluchtrucksack ist und wann er zum Einsatz kommt
Ein Fluchtrucksack, international auch als Bug Out Bag bekannt, ist ein vorbereitetes Notgepäck für eine schnelle Evakuierung. Der entscheidende Unterschied zum stationären Notvorrat liegt in der Mobilität. Während Vorräte zu Hause für eine mehrtägige Selbstversorgung gedacht sind, muss das Notgepäck auf dem Rücken tragbar bleiben und sich schnell mitnehmen lassen. Es ersetzt die häusliche Vorratshaltung nicht, sondern ergänzt sie als Teil der Krisenvorsorge für den Fall, dass Sie das eigene Zuhause im Ernstfall verlassen müssen.
Reale Szenarien: Von der Ahr-Flut bis zur Bombenentschärfung
Die Auslöser für eine Evakuierung sind konkreter, als viele denken. Die Ahr-Flut 2021 zeigte, wie schnell Hochwasser Gebäude und Infrastruktur schwer beschädigen und Menschen zum Verlassen ihres Zuhauses zwingen kann. Auch ein Hausbrand, ein Gasleck im Wohnblock oder die Entschärfung von Weltkriegsmunition können eine kurzfristige Räumung erforderlich machen. Das BBK nennt Hochwasser und Bombenentschärfungen ausdrücklich als Beispiele für Situationen, in denen eine Evakuierung notwendig werden kann.
Ein großflächiger Stromausfall gehört ebenfalls zu den Krisenszenarien, auf die sich Haushalte vorbereiten sollten. Je nach Lage können zusätzliche Gefahren eine Evakuierung erforderlich machen. Bei der Freisetzung chemischer, biologischer, radiologischer oder nuklearer Gefahrstoffe richten sich die notwendigen Schutzmaßnahmen nach dem jeweiligen Ereignis und den behördlichen Anweisungen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb, ein Notgepäck für den Ernstfall griffbereit vorzuhalten. Es soll dabei helfen, die ersten Tage außerhalb des eigenen Zuhauses zurechtzukommen.
Wie lange muss der Rucksack autark versorgen?
Als grober Richtwert für die Planung eines Fluchtrucksacks hat sich die 72-Stunden-Regel etabliert. Gemeint ist damit, dass die wichtigsten Vorräte und Ausrüstungsgegenstände für etwa drei Tage ausreichen sollen. Dieser Zeitraum ist vor allem aus der internationalen Notfallvorsorge bekannt und dient als praktische Orientierung für mobile Notfallsets. Er ist keine starre Vorgabe, sondern hilft dabei, Umfang und Gewicht des Gepäcks realistisch zu planen.
Je nach persönlicher Situation und möglichem Krisenszenario kann eine längere Reserve sinnvoll sein. Naturkatastrophen wie die Ahr-Flut zeigen, dass Einschränkungen über mehrere Tage anhalten können. Mit zunehmender Versorgungsdauer steigt allerdings besonders das Gewicht des benötigten Wassers deutlich. Neben einer eigenen Trinkwasserreserve kann deshalb ein geeigneter mobiler Wasserfilter sinnvoll sein, wenn unterwegs eine geeignete Wasserquelle verfügbar ist.
Konkrete Mengen: Wasser, Kalorien und Gewicht pro Person
Beim Packen entscheiden vor allem Gewicht und Versorgungsdauer. Als Planungswert können Sie mit rund 2 Litern Getränken und etwa 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag rechnen. Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf hängt unter anderem von Temperatur, körperlicher Belastung und individuellen Faktoren ab. Wie Sie ihn genauer einschätzen können, zeigt unsere Anleitung, um Ihre Trinkmenge zu berechnen.
Als grober Richtwert sollte das Gesamtgewicht des Rucksacks etwa 20 bis 25 Prozent des eigenen Körpergewichts nicht überschreiten. Für eine 70 Kilogramm schwere Person entspricht das rund 14 bis 17 Kilogramm. Besonders Wasser erhöht das Gewicht schnell: Zwei Liter wiegen etwa zwei Kilogramm. Für eine dreiköpfige Familie würden bei drei Tagen rechnerisch bereits 18 Liter beziehungsweise rund 18 Kilogramm Wasser zusammenkommen.
Eine eigene Trinkwasserreserve bleibt deshalb wichtig, muss aber nicht den gesamten rechnerischen Bedarf für mehrere Tage abdecken. Ein kompakter Wasserfilter kann die Versorgung sinnvoll ergänzen, wenn unterwegs eine geeignete Wasserquelle verfügbar ist. Für einen Fluchtrucksack mit Ausrüstung für etwa 72 Stunden sind bei einer erwachsenen Person rund 35 bis 50 Liter Volumen ein praktikabler Orientierungsbereich.
Kennwert | Pro Person / Tag | Für 3 Tage | Für 10 Tage |
|---|---|---|---|
Getränke | ca. 2 Liter | ca. 6 Liter | ca. 20 Liter |
Energie | ca. 2.200 kcal | ca. 6.600 kcal | ca. 22.000 kcal |
Rucksackvolumen, 1 Person | rechnerisch ca. 12–17 Liter | ca. 35–50 Liter | ab ca. 50 Liter, abhängig von Ausrüstung und Nachversorgung |
Die Werte für drei beziehungsweise zehn Tage zeigen den rechnerischen Gesamtbedarf. Gerade bei längeren Zeiträumen sind sie keine Empfehlung, diese Mengen vollständig im Fluchtrucksack mitzuführen. Ein 10-Tage-Vorrat gehört grundsätzlich zur stationären Krisenvorsorge. Für die mobile Versorgung müssen Traggewicht, Rucksackvolumen, verfügbare Wasserquellen und Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung gemeinsam berücksichtigt werden.
Wasserversorgung im Notfall: Abkochen und Filtern richtig einordnen
Abkochen ist eine bewährte Methode, um mikrobiologisch belastetes Wasser aufzubereiten. Sprudelndes Kochen tötet Bakterien, Viren und Parasiten zuverlässig ab. Chemische Schadstoffe, Schwermetalle, Salze oder andere gelöste Verunreinigungen werden dadurch jedoch nicht entfernt. Bei einer vermuteten Belastung mit Kraftstoffen, giftigen Chemikalien oder radioaktiven Stoffen sollte deshalb eine andere sichere Wasserquelle genutzt werden. Wer wissen möchte, wie lange Wasser abkochen wirklich dauert, findet die Details in unserem gesonderten Ratgeber.
Für die mobile Wasseraufbereitung können mechanische Membranfilter eine praktische Alternative oder Ergänzung sein. Hohlfasermembranen mit einer Porengröße von 0,2 Mikrometern halten Bakterien und Protozoen zuverlässig zurück. Viren sind deutlich kleiner und werden durch eine solche Mikrofiltration nicht vollständig entfernt. Auch gelöste chemische Stoffe lassen sich mit einer reinen 0,2-Mikrometer-Membran nicht gezielt herausfiltern.
Sanquell nutzt diese Technik bereits beim Camping Befüllfilter Explorer. Seine 0,2-Mikrometer-Hohlfasermembran erreicht laut technischen Produktdaten einen Bakterienrückhalt von 99,99999 Prozent und eine Filterleistung von bis zu 6.000 Litern. Das System ist für die hygienische Befüllung von Frischwassertanks in Wohnmobilen, Wohnwagen und Booten ausgelegt. Weitere Hintergründe finden Sie im Ratgeber zum Wasserfilter beim Camping.
Für den Fluchtrucksack erweitert der Sanquell Explorer Tactical HYBRID dieses Prinzip um mehrere mobile Einsatzmöglichkeiten. Der kompakte Filter arbeitet mit einer 0,2-Mikrometer-Hohlfasermembran und erreicht einen Bakterienrückhalt von mehr als log 7 beziehungsweise 99,99999 Prozent. Zum Set gehören ein 10-Liter-Faltkanister für die Filtration per Schwerkraft und ein Adapter für handelsübliche PET-Flaschen. Zusätzlich lässt sich der Filter an einen Duschschlauch anschließen. Strom und chemische Aufbereitungsmittel werden für die Filtration nicht benötigt.
Trinkwasser für den Ernstfall
Explorer HYBRID Tactical
Wasserfilter Outdoor Survival Set für Familien
Kanister aufhängen, Hahn öffnen, fertig. Aus Regentonne, Bach oder Zisterne wird Trinkwasser — allein durch die Fallhöhe. Kein Strom, keine Pumpe, keine Chemie.
- 0,1 µm Sterilfilter, geprüft nach ASTM F838
- Bis zu 10 l/min Durchfluss
- Bis zu 6.000 Liter, Metallgehäuse
- Vier Betriebsarten in einem Set
149,00 €199,00 €
inkl. 19 % MwSt., zzgl. Versandkosten
Damit kann der Filter im Notfall die mitzuführende Trinkwassermenge reduzieren, sofern unterwegs eine geeignete Wasserquelle verfügbar ist. Eine eigene Reserve an sicherem Trinkwasser bleibt dennoch sinnvoll. Welche Aufbereitungsmethode geeignet ist, hängt immer von der möglichen Belastung des Ausgangswassers ab. Warum verschiedene Filterverfahren unterschiedliche Aufgaben erfüllen, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber zum Wasser aufbereiten.
Die Kern-Packliste nach Kategorien
Der Inhalt eines Fluchtrucksacks lässt sich in klare Bereiche gliedern. Die folgenden Abschnitte gehen jeden davon einzeln durch, mit konkreten Gegenständen und einer kurzen Begründung, warum sie hineingehören.
Wichtige Dokumente und Bargeld
Legen Sie eine wasserdichte Dokumentenmappe an. Welche Unterlagen Sie im Original, als beglaubigte Kopie oder als einfache Kopie bereithalten sollten, hängt vom jeweiligen Dokument ab. Einfache Kopien eignen sich beispielsweise für Personalausweis, Reisepass und Impfpass. Wichtige Urkunden, Versicherungsunterlagen, Verträge oder Vollmachten sollten je nach Dokument im Original oder als beglaubigte Kopie verfügbar sein. Ergänzend bietet sich ein digitales Backup auf einem verschlüsselten USB-Stick oder in einem geschützten Cloud-Speicher an. Auch Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen ist sinnvoll, da Kartenzahlungen und Geldautomaten bei einem Strom- oder Netzausfall zeitweise nicht verfügbar sein können.
Erste Hilfe und persönliche Medikamente
Ein kompaktes Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Fluchtrucksack. Es sollte Verbandmaterial, sterile Kompressen, Pflaster in mehreren Größen, eine Schere, Einmalhandschuhe und weitere für die Erste Hilfe benötigte Materialien enthalten. Besonders wichtig sind persönliche Medikamente zur Dauereinnahme. Packen Sie einen ausreichenden Vorrat für den geplanten Versorgungszeitraum ein und ergänzen Sie bei Bedarf einen Medikamentenplan. Temperaturempfindliche Arzneimittel benötigen eine geeignete Aufbewahrung. Wer regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, sollte die Notfallbevorratung rechtzeitig mit Arzt, Ärztin oder Apotheke abstimmen.
Kleidung nach dem Zwiebelprinzip
Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip, also mit mehreren Schichten, die sich flexibel an Temperatur und Aktivität anpassen lassen. Eine Basisschicht, eine wärmende Zwischenschicht und wasser- sowie windabweisende Wetterschutzbekleidung bilden eine praktische Grundlage. Ergänzen Sie Wechselkleidung, Wechselsocken, eine Mütze und robuste Arbeitshandschuhe. Leichte und schnell trocknende Materialien können das Packgewicht reduzieren und sind bei wechselnden Wetterbedingungen praktisch.
Hygiene inklusive genderspezifischer Bedürfnisse
Grundlegende Hygieneartikel gehören in jeden Notfallrucksack: Seife, Zahnbürste und Zahnpasta, Feuchttücher, Toilettenpapier, Händedesinfektion und Müllbeutel. Damit lässt sich die persönliche Hygiene auch dann aufrechterhalten, wenn fließendes Wasser nur eingeschränkt verfügbar ist. Berücksichtigen Sie außerdem individuelle Bedürfnisse. Menstruationsartikel wie Tampons, Binden oder eine Menstruationstasse sollten in ausreichender Menge für den geplanten Versorgungszeitraum eingeplant werden.
Nahrung: haltbar, kompakt und ohne Kühlung
Die Verpflegung sollte ohne Kühlung auskommen und sich möglichst direkt verzehren oder mit geringem Aufwand zubereiten lassen. Geeignet sind beispielsweise Konserven, Trockennahrung, Nüsse, Trockenfrüchte und energiereiche Riegel. Orientieren Sie sich bei der Mengenplanung an den zuvor genannten rund 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag und bevorzugen Sie kompakte, energiereiche Lebensmittel. Bei Konserven ohne Aufreißlasche gehört ein Dosenöffner ins Gepäck. Lebensmittel, die auch kalt gegessen werden können, reduzieren außerdem die Abhängigkeit von Kocher, Brennstoff und zusätzlichem Wasser.
Ausrüstung: Licht, Kommunikation und Werkzeug
Bei der technischen Ausrüstung geht es um Licht, Information und grundlegende Handlungsfähigkeit. Jeder Gegenstand sollte einen konkreten Nutzen im Notfall haben.
Taschenlampe oder Stirnlampe plus Reservebatterien für die Orientierung bei Dunkelheit.
Batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio, um behördliche Informationen auch bei Ausfällen von Mobilfunk oder Internet empfangen zu können.
Powerbank, um Smartphone und andere mobile Geräte länger einsatzbereit zu halten.
Taschenmesser oder Multitool für verschiedene praktische Aufgaben.
FFP2-Atemschutzmaske zum Schutz vor partikelförmigen Aerosolen und Staub. Sie schützt nicht vor giftigen Gasen oder Dämpfen und ist kein allgemeiner Schutz vor Brandrauch.
Schlafsack und Isomatte für zusätzlichen Wärme- und Liegekomfort in einer Notunterkunft oder bei einer Übernachtung im Freien.
Damit deckt die Grundausstattung die wichtigsten Bereiche einer kurzfristigen Evakuierung ab. Persönliche Bedürfnisse, Jahreszeit und mögliche regionale Gefahren bestimmen, welche zusätzlichen Gegenstände sinnvoll sind.
Szenariospezifische Ergänzungen für besondere Bedürfnisse
Der Grundinhalt deckt den Bedarf eines gesunden Erwachsenen ab. Für bestimmte Zielgruppen kommen gezielte Ergänzungen hinzu. Prüfen Sie, welche der folgenden Punkte auf Ihren Haushalt zutreffen, und passen Sie Menge sowie Gewicht individuell an.
Kinder und Babys
Für Babys und Kleinkinder gehören Windeln in ausreichender Menge, Feuchttücher, geeignete Babynahrung oder Fläschchen sowie Ersatzkleidung in das Gepäck. Denken Sie auch an ein vertrautes Kuscheltier oder kleines Spielzeug. Das kann dem Kind in einer ungewohnten und stressigen Situation Sicherheit geben.
Senioren und Menschen mit besonderen Anforderungen
Bei Senioren und Menschen mit Behinderung ist die Versorgung mit regelmäßig benötigten Medikamenten und Hilfsmitteln besonders wichtig. Ergänzen Sie Ersatz-Sehhilfen, Batterien oder Ladezubehör für Hörgeräte und, falls erforderlich, geeignete Mobilitätshilfen. Eine schriftliche Übersicht über Medikamente, medizinische Besonderheiten und benötigte Unterstützung kann Helfern wichtige Informationen liefern.
Haustiere
Auch Haustiere sollten in die Notfallvorsorge einbezogen werden. Packen Sie Futter und Trinkwasser für den vorgesehenen Zeitraum, einen Napf, benötigte Medikamente sowie Leine, Geschirr oder eine geeignete Transportbox ein. Für Hunde kann je nach Tier und Situation auch ein Maulkorb sinnvoll oder vorgeschrieben sein. Impfpass und andere wichtige Unterlagen des Tieres sollten ebenfalls griffbereit sein, da die Bedingungen für die Aufnahme von Haustieren je nach Notunterkunft unterschiedlich ausfallen können.
Winterausstattung
Bei niedrigen Temperaturen ist zusätzlicher Schutz vor Auskühlung erforderlich. Ergänzend zur Basiskleidung bieten sich warme Handschuhe, Mütze, zusätzliche isolierende Kleidung und ein Schlafsack an, dessen Temperaturbereich zu den zu erwartenden Bedingungen passt. Chemische Wärmepads für Hände oder Füße können als zusätzliche Wärmequelle sinnvoll sein.
Den richtigen Rucksack auswählen: Größe und Tragesystem
Das Behältnis selbst ist die Basis, auf der alles andere aufbaut. Als Auswahlkriterium für das Volumen dienen vor allem die geplante Versorgungsdauer, die benötigte Ausrüstung und die körperlichen Voraussetzungen der tragenden Person. Die konkreten Literangaben finden Sie in der Tabelle in der Mengen-Sektion. Für Familien empfiehlt es sich, das Gewicht auf mehrere passende Rucksäcke zu verteilen.
Entscheidend ist ein gut angepasstes Tragesystem. Ein gepolsterter Hüftgurt kann einen großen Teil der Last auf das Becken übertragen und dadurch die Schultern entlasten. Gerade bei höherem Packgewicht verbessert das den Tragekomfort deutlich. Achten Sie außerdem auf verstellbare Schultergurte, einen stabilen Sitz am Rücken und eine zur eigenen Rückenlänge passende Konstruktion.
Bei der Bauart kommen verschiedene Lösungen infrage:
Trekkingrucksäcke bieten viel Volumen und sind für das längere Tragen höherer Lasten ausgelegt.
MOLLE-Systeme mit modularen Befestigungsschlaufen ermöglichen es, zusätzliche Taschen und Ausrüstung außen anzubringen.
Ultraleichte Rucksäcke reduzieren das Eigengewicht, sind je nach Modell aber weniger für sehr schwere Lasten ausgelegt.
Für einen Fluchtrucksack ist deshalb vor allem entscheidend, dass Volumen, Tragesystem, Robustheit und Eigengewicht zur geplanten Ausrüstung passen.
Fertigset kaufen oder Fluchtrucksack selbst packen?
Beide Wege führen zum Ziel, die Entscheidung hängt von Zeit, Budget und Anspruch ab. Ein fertig gepacktes Set nimmt Ihnen einen Teil der Recherche ab und ist schnell einsatzbereit. Der Nachteil: Standardisierte Komponenten passen nicht immer zu den persönlichen Bedürfnissen. Auch bei einem enthaltenen Wasserfilter sollte geprüft werden, für welche Verunreinigungen und Einsatzbedingungen er ausgelegt ist. Wer selbst packt, hat mehr Kontrolle über Qualität und Zusammensetzung. Welcher Wasserfilter unterwegs wirklich schützt, zeigt unser Vergleich für Wanderer.
Für einen selbst nach BBK-Vorgaben zusammengestellten Notfallrucksack nennt die Verbraucherzentrale Sachsen einen Orientierungswert von rund 120 Euro. Bei längeren Versorgungszeiträumen steigen die Kosten durch zusätzliche Verpflegung und Ausrüstung deutlich. Aktuelle Marktangebote zeigen beispielsweise folgende Größenordnungen:
Ausbaustufe | Eigenbau | Fertigset |
|---|---|---|
Basis (72 Std., 1 Pers.) | ca. 120–300 € | ca. 180–220 € |
Standard (7 Tage, inkl. Wasserfilter) | ca. 250–350 €* | ca. 300–450 € |
Premium (10 Tage, hochwertige Ausrüstung) | ca. 350–500 €* | ca. 450–700 € |
*Bei den Eigenbauwerten für sieben und zehn Tage handelt es sich sinnvollerweise um Orientierungsspannen, nicht um unmittelbar beobachtbare Marktpreise eines standardisierten Produkts. Anders als bei Fertigsets gibt es dafür keine einheitliche Ausstattung. Die Größenordnung ist aus den belegten Eigenbaukosten von etwa 120 bis 300 € für eine Grund-/Komplettausstattung und den zusätzlichen Kosten für längere Verpflegung und Ausrüstung ableitbar.
Ein pragmatischer Mittelweg funktioniert oft gut: ein solides Fertigset als Grundgerüst kaufen und es anhand einer Checkliste gezielt ergänzen. Besonders persönliche Medikamente, passende Kleidung, Dokumente und eine geeignete Möglichkeit zur Wasseraufbereitung sollten auf den eigenen Bedarf abgestimmt werden.
Aufbewahrung und Rotationsplan
Der beste Notfallrucksack nützt wenig, wenn er im Ernstfall nicht griffbereit ist. Das BBK empfiehlt, das Notgepäck so vorzubereiten, dass Sie alles Wichtige schnell mitnehmen können. Bewahren Sie den Rucksack deshalb an einem gut zugänglichen, trockenen Ort auf und stellen Sie sicher, dass alle Haushaltsmitglieder den Standort kennen.
Auch der Inhalt sollte regelmäßig kontrolliert werden. Lebensmittel, Batterien, Medikamente und technische Geräte haben unterschiedliche Haltbarkeiten und Wartungsanforderungen. Für Filter gelten die jeweiligen Herstellerangaben.
Alle 6 Monate: Batterien, Ladezustand der Powerbank sowie Funktion von Taschenlampe und Radio prüfen.
Mindestens jährlich: Lebensmittel und Getränke auf Haltbarkeit und Zustand kontrollieren und bei Bedarf austauschen.
Nach Herstellerangabe: Wasserfilter auf Zustand, Lagerbedingungen und gegebenenfalls erforderlichen Austausch prüfen.
Regelmäßig: Persönliche Medikamente auf Verfallsdatum und korrekte Lagerung kontrollieren. Nach Ablauf des Verfallsdatums sollten Arzneimittel nicht mehr verwendet werden.
Saisonal und nach jeder Nutzung: Kleidung, persönliche Ausrüstung und bei Kindern auch die passende Größe überprüfen.
Ein fester Kontrollrhythmus sorgt dafür, dass der Fluchtrucksack nicht nur vollständig gepackt, sondern im Ernstfall auch tatsächlich einsatzbereit ist.
Fazit: Vorbereitet ohne Panik
Ein Fluchtrucksack ist ein sinnvoller Bestandteil der persönlichen Notfallvorsorge. Mit Orientierungswerten von rund 2 Litern Getränken und etwa 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag sowie einem tragbaren Gesamtgewicht lässt sich die Ausrüstung realistisch planen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Wasserversorgung: Eine eigene Trinkwasserreserve sollte zur Grundausstattung gehören. Ergänzend kann ein geeigneter mechanischer Wasserfilter Bakterien und größere Mikroorganismen aus einer geeigneten Wasserquelle zurückhalten. Abkochen ist ebenfalls wirksam gegen viele Krankheitserreger, entfernt jedoch keine gelösten chemischen Verunreinigungen. Ob Sie ein Fertigset wählen oder den Fluchtrucksack selbst zusammenstellen, hängt von Budget, Zeit und persönlichen Anforderungen ab.
Häufige Fragen zum Fluchtrucksack
Mit welchem Budget sollte ich starten?
Für eine solide Grundausstattung sollten Sie etwa 120 bis 200 Euro einplanen. Die Verbraucherzentrale Sachsen nennt rund 120 Euro für einen selbst nach BBK-Vorgaben zusammengestellten Notfallrucksack; aktuelle 72-Stunden-Fertigsets liegen je nach Ausstattung häufig höher. Mit hochwertigerer Ausrüstung und zusätzlichen Komponenten kann das Budget auf 300 Euro und mehr steigen.
Ersetzt der Fluchtrucksack den Notvorrat für Zuhause?
Nein. Beide ergänzen sich als Bausteine der Krisenvorsorge: Der stationäre Notvorrat dient der Versorgung zu Hause, während das Notgepäck für die ersten Tage außerhalb der eigenen Wohnung gedacht ist.
Braucht jede Person einen eigenen Fluchtrucksack?
Idealerweise erhält jede Person, die selbst einen Rucksack tragen kann, ein an Körpergröße und Belastbarkeit angepasstes Notgepäck. Das BBK empfiehlt, für jedes Familienmitglied höchstens so viel einzuplanen, wie in einen Rucksack passt. Bei kleinen Kindern oder Personen, die kein eigenes Gepäck tragen können, müssen andere Haushaltsmitglieder einen Teil der Ausrüstung übernehmen.




