Zusammenfassung
Das BBK empfiehlt einen Vorrat für 10 Tage, also Wasser, lang haltbare Lebensmittel und wichtige Medikamente.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist laut einer repräsentativen Befragung nicht ausreichend auf Krisen und Katastrophen vorbereitet.
Abkochen kann Legionellen im entnommenen Wasser abtöten, beseitigt aber keinen Befall der Trinkwasserinstallation. Sterilfilter können Bakterien direkt an der Entnahmestelle zurückhalten.
Ein solider Einstieg in die Notfallvorsorge ist schon ab etwa 100 bis 150 Euro machbar.
Auch Mieter ohne Keller können mit cleverer Lagerung einen vollwertigen Notvorrat anlegen.
Was Krisenvorsorge heute bedeutet – und wie ernst die Lage 2026 wirklich ist
Seriöse Krisenvorsorge hat nichts mit Bunkerromantik oder ideologischem Prepping zu tun. Sie ist nüchterne Alltagsversicherung, die planvolle Fähigkeit, eine begrenzte Zeit ohne funktionierende Infrastruktur zu überstehen, ohne auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein, die in den ersten Stunden einer Großlage schlicht überlastet wäre. Diese Selbstwirksamkeit ist der Kern jeder Notfallvorsorge.
Die reale Bedrohungslage liegt zwischen zwei Extremen. Weder steht der Zusammenbruch der Zivilisation bevor, noch ist Deutschland gegen Störungen immun. Extremwetter nimmt messbar zu, Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur häufen sich, und angespannte Lieferketten zeigten während der Pandemie, wie schnell Regale leer sein können. Der tagelange Energieausfall in Berlin zu Jahresbeginn 2026, der längste in der Berliner Geschichte seit Ende des Zweiten Weltkriegs, legte offen, wie abhängig moderne Haushalte von durchgehender Versorgung sind. Heizung, Kommunikation, Bezahlsysteme, alles hing am Netz. Ein solcher Blackout trifft ohne Vorwarnung.
Trotzdem bleibt die Vorsorge lückenhaft. Eine repräsentative Befragung zur Selbsthilfe im Katastrophenfall zeigt, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht ausreichend auf Krisen vorbereitet ist. Auch beim Lebensmittel- und Wasservorrat bestehen deutliche Lücken: Viele Haushalte erreichen die vom BBK empfohlene Vorsorge für mehrere Tage nicht. Genau diese Lücke lässt sich mit überschaubarem Aufwand schließen. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie das gelingt.
Den individuellen Notvorrat berechnen
Ein Notvorrat funktioniert nur, wenn er zu Ihrem Haushalt passt. Ausschlaggebend sind drei Größen, nämlich die Anzahl der Personen in der Familie, die gewünschte Vorratsdauer und die Ernährungsform. Rechnen Sie pro erwachsene Person mit etwa 2.200 Kilokalorien am Tag. Wer vegetarisch oder vegan lebt, deckt diesen Bedarf über Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide statt über Konserven mit Fleisch, die Kalorienlogik bleibt identisch. Setzen Sie auf lang haltbare Lebensmittel, die Sie ohnehin essen. Nudeln, Reis, Haferflocken, Konservengemüse, Zucker, Öl und Zwieback bilden das Rückgrat der Vorräte.
Die folgende Tabelle zeigt zur Orientierung grobe Richtmengen pro Person für zehn Tage:
Lebensmittelgruppe | Menge (10 Tage/Person) | Beispiele |
|---|---|---|
Getreideprodukte | ca. 3,5 kg | Nudeln, Reis, Haferflocken, Zwieback |
Hülsenfrüchte/Konserven | ca. 4 kg | Linsen, Bohnen, Gemüse in Dosen |
Obst/Nüsse | ca. 2,5 kg | Trockenobst, Dosenobst, Nüsse |
Fette/Öle | ca. 0,4 kg | Pflanzenöl, Butterschmalz |
Zucker/Süßes/Sonstiges | ca. 0,5 kg | Zucker, Honig, Schokolade |
Sonderfälle: Babys, Senioren, chronisch Kranke und Haustiere
Die Standardberechnung deckt einen durchschnittlichen Erwachsenen ab, nicht jedoch die Bedürfnisse innerhalb der Familie, die in Notsituationen am schnellsten kritisch werden. Für Säuglinge gehören ausreichend Pulvernahrung, sterilisiertes Wasser und Ersatz für nicht mehr kühlbare Muttermilch in den Vorrat. Kalkulieren Sie hier großzügig, denn Babynahrung lässt sich nicht improvisieren.
Chronisch Kranke sollten einen Medikamentenvorrat für mindestens zehn Tage vorhalten, besser für zwei bis drei Wochen, und Rezepte rechtzeitig einlösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Reserve für Insulin, Blutdruck- oder Herzmedikamente. Für Senioren empfiehlt sich weiche, leicht kaubare Kost wie Grießbrei, pürierte Suppen oder Kompott. Ein ausreichend gedeckter Flüssigkeitsbedarf ist besonders bei älteren Menschen wichtig, um einer Dehydratisierung vorzubeugen.
Und vergessen Sie Haustiere nicht. Pro Hund oder Katze sollten Sie mindestens zehn Tagesrationen Futter sowie benötigte Tiermedikamente einlagern.
Vorräte richtig lagern und nach dem First-In-First-Out-Prinzip rotieren
Ein Notvorrat ist kein einmaliger Einkauf, den Sie in den Keller stellen und vergessen. Konserven halten oft mehrere Jahre, Reis und Nudeln bei trockener, dunkler Lagerung ebenfalls, Trockenobst und Nüsse deutlich kürzer. Damit nichts verdirbt, bewährt sich das Prinzip First In, First Out. Was zuerst gekauft wurde, wird zuerst verbraucht.
Praktisch funktioniert das so: Stellen Sie neu gekaufte Vorräte immer hinten ins Regal und entnehmen Sie vorne. Verbrauchen Sie die Lebensmittel im normalen Alltag und kaufen Sie beim regulären Einkauf ein bis zwei Extra-Artikel nach. So entsteht ein rollierender Vorrat, der sich ständig erneuert und dessen Ausgabe sich über die Zeit verteilt.
Notieren Sie das Kaufdatum auf unbeschrifteten Packungen. Der Vorteil dieses Systems: Sie werfen praktisch nichts weg, und die Vorräte sind zu jedem Zeitpunkt frisch und einsatzbereit.
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Sichere Trinkwasserversorgung – der oft unterschätzte Baustein
Wasser ist für die Krisenvorsorge besonders wichtig. Das BBK empfiehlt idealerweise zwei Liter Wasser pro Person und Tag, davon sind etwa 0,5 Liter zum Kochen vorgesehen. Für zehn Tage ergibt sich damit ein Vorrat von rund 20 Litern pro Person. Zusätzliches Brauchwasser für Körperpflege und Hygiene kann sinnvoll sein, sofern ausreichend Lagerplatz vorhanden ist. Der Wasservorrat sollte in geeigneten Flaschen oder lebensmittelechten Kanistern kühl und dunkel gelagert werden.
Neben der verfügbaren Menge ist die hygienische Qualität entscheidend. Wird die reguläre Wasserversorgung beeinträchtigt oder stagniert Wasser längere Zeit in Leitungen und Behältern, können sich mikrobiologische Risiken erhöhen. Dazu zählen unter bestimmten Bedingungen auch Legionellen. Besonders günstige Wachstumsbedingungen finden sie in stagnierendem Wasser bei Temperaturen von etwa 25 bis 45 Grad. Längere Stillstandszeiten und ungünstige Temperaturverhältnisse können daher die hygienische Belastung einer Trinkwasserinstallation erhöhen.
Warum Abkochen einen Legionellenbefall nicht beseitigt
Der verbreitete Ratschlag, bei Zweifeln einfach heißes Wasser durch die Leitung laufen zu lassen oder Wasser kurz zu erwärmen, greift zu kurz. Legionellen vermehren sich besonders gut in lauwarmem Wasser zwischen etwa 25 und 45 Grad und können sich in Biofilmen in Leitungen und Duschköpfen halten. Richtiges Abkochen kann Legionellen im entnommenen Wasser zwar zuverlässig abtöten, beseitigt jedoch keinen Befall der Trinkwasserinstallation und entfernt bestehende Biofilme nicht. Auch einfaches Durchspülen bietet daher keine verlässliche Sanierung. DassHitze allein gegen Legionellen nicht dauerhaft schützt, hängt vor allem mit diesen Belastungen innerhalb des Leitungssystems zusammen.
Das Gesundheitsrisiko entsteht insbesondere beim Einatmen legionellenhaltiger Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Dadurch kann die Legionärskrankheit ausgelöst werden, eine schwere Form der Lungenentzündung, die besonders für ältere und immungeschwächte Menschen gefährlich sein kann. Besondere Aufmerksamkeit ist deshalb nach längeren Stillstandszeiten oder bei Störungen der Warmwasserversorgung sinnvoll. Abkochen kann Trinkwasser kurzfristig absichern, ersetzt jedoch keine geeigneten Maßnahmen gegen Legionellen an belasteten Entnahmestellen oder innerhalb der Installation.
Zweistufige Filterung: Aktivkohle- plus Sterilfilter als belastbare Lösung
Bei geeigneten Belastungen ist eine zweistufige Filterung aus Aktivkohle- und Sterilfilter eine wirksame Lösung:
Die erste Stufe bildet ein Aktivkohlefilter. Er entfernt Schadstoffe, Sedimente, Chlor sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe und macht das Wasser klar und angenehm.
Was Aktivkohle allein nicht leistet, übernimmt die zweite Stufe, der Sterilfilter, auch als Membranfilter bekannt. Seine feine Membran hält Bakterien einschließlich Legionellen zuverlässig zurück.
Genau auf diese Kombination sind unsere Sanquell Legionellen- und Wasserhygienefilter für Dusche, Wasserhahn und Badewanne sowie mobile Lösungen für unterwegs ausgelegt. Für die Krisenvorsorge ist das ein praxisnaher Baustein der Notfallausrüstung.
Ein starkes Vertrauenssignal ist der Einsatz in hygienesensiblen Bereichen. Die Sanquell Filtertechnologie stammt aus der Medizintechnik und wird auch für hygienesensible Bereiche wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Dort gelten besonders hohe Anforderungen an den Schutz vulnerabler und immungeschwächter Personen. Das macht unsere Filter zu einer verlässlichen Ergänzung bei einem nachgewiesenen Legionellenbefall, für besonders gefährdete Personen oder als zusätzliche Absicherung in der Krisenvorsorge. Ein Blick in den Vergleich von Wasserfiltern für unterwegs hilft bei der Auswahl.
Wichtig: Genutzte Filter müssen immer zu den spezifischen Verschmutzungen des Wassers passen. Bestimmte Viren und chemische Stoffe können zusätzliche Aufbereitungsstufen oder andere Verfahren erfordern. Eine Filterlösung schützt deshalb nur vor den Belastungen, für deren Rückhaltung sie technisch ausgelegt und geprüft ist.
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Die ersten 72 Stunden – so handeln Sie im Ernstfall
Wenn Strom, Wasser oder Kommunikation ausfallen, entscheiden die ersten Stunden. Ein klarer, vorab eingeübter Ablauf verhindert Fehlentscheidungen aus Nervosität und sorgt dafür, dass Sie die begrenzte Zeit sinnvoll nutzen, in der noch Wasserdruck auf der Leitung ist und Geräte geladen sind. Gerade zu Beginn einer Lage sind die Informationen oft widersprüchlich und die eigene Anspannung hoch. Umso wichtiger ist es, sich an eine feste Reihenfolge zu halten, statt planlos zu reagieren.
Die folgende Checkliste hat sich bewährt und lässt sich in den ersten drei Tagen einer Krise nacheinander abarbeiten, ohne dass Sie improvisieren müssen:
Ruhe bewahren und einen kühlen Kopf behalten, denn Panik führt zu Fehlern.
Lage verifizieren über ein Radio sowie die Warn-App NINA des BBK, sobald das Handynetz verfügbar ist, um die Situation zuerst verlässlich einzuordnen.
Wasser sichern, also Badewanne, Eimer und Kanister befüllen, solange noch Druck auf der Leitung ist.
Strom managen, Kühlschrank geschlossen halten, Powerbanks und Geräte sinnvoll rationieren, unnötige Verbraucher abschalten.
Nachbarn und Familie kontaktieren, besonders ältere oder alleinstehende Menschen, und Hilfe abstimmen.
Hygiene organisieren, Toilettenspülung über gesammeltes Wasser, Händewaschen konsequent beibehalten, gefiltertes Wasser für Körperpflege nutzen.
Halten Sie sich an diese Reihenfolge, statt hektisch mehrere Dinge gleichzeitig anzugehen. Wer die Lage zuerst verlässlich einordnet, trifft anschließend die besseren Entscheidungen. Diese Form der Selbsthilfe entlastet zugleich den Bevölkerungsschutz, der in den ersten Stunden ohnehin überlastet ist.
Notfallausrüstung, Dokumente und Notgepäck
Neben Wasser und Nahrung entscheidet die richtige Notfallausrüstung darüber, wie gut Sie einen Ausfall überstehen. Für Licht sorgen eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien und ein Kurbelradio, das gleichzeitig Informationen liefert. Zur Energieversorgung gehören geladene Powerbanks und ein Vorrat an Batterien in gängigen Größen.
Wärme und warme Mahlzeiten sichern Sie mit einem Campingkocher samt ausreichend Brennstoff. Dabei gilt: Campingkocher mit Gaskartusche sollten grundsätzlich im Freien verwendet werden. In Innenräumen dürfen nur Geräte eingesetzt werden, die ausdrücklich für die Nutzung in Innenräumen zugelassen sind.
Bargeld in kleinen Scheinen ist essenziell, denn bei einem Blackout funktionieren Kartenzahlung und Geldautomaten nicht. Wichtige Dokumente wie Ausweise, Versicherungspolicen und Urkunden bewahren Sie als Kopie in einer griffbereiten Mappe auf, idealerweise zusätzlich digital gesichert.
Das gehört in den Notfallrucksack
Muss der Haushalt kurzfristig verlassen werden, etwa bei Hochwasser oder Evakuierung, zählt ein vorbereiteter Notfallrucksack. Diese Checkliste hilft Ihnen, nichts zu vergessen. Er sollte innerhalb von Minuten griffbereit sein und folgende Grundausstattung enthalten:
Dokumentenmappe mit Ausweisen, Policen und Notfallkontakten
Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente für mehrere Tage
Trinkwasser und haltbare Verpflegung für unterwegs
Wetterfeste Kleidung und wärmende Decke oder Schlafsack
Hygieneartikel und Taschenlampe mit Ersatzbatterien
Mobiler Wasserfilter für sichere Trinkwasserversorgung unterwegs
Ein gut gepacktes Notgepäck ist die Basis, um bei einer Evakuierung schnell und geordnet zu handeln.
Mentale Krisenfitness statt Angst und Panik
Die beste Notfallausrüstung nützt wenig, wenn im Ernstfall der Kopf blockiert. Psychologen betonen, dass Vorbereitung selbst das wirksamste Mittel gegen Angst ist. Wer weiß, dass Wasser, Nahrung und ein Plan vorhanden sind, gewinnt das Gefühl von Kontrolle zurück, und diese Selbstwirksamkeit verhindert Panik in der Krise.
Sprechen Sie mit Kindern in der Familie altersgerecht und ehrlich über mögliche Notsituationen, ohne Angst zu schüren. Ein Stromausfall lässt sich als Abenteuer mit Kerzenlicht rahmen, nicht als Katastrophe. Kinder spüren die Haltung der Erwachsenen unmittelbar, Ihre Ruhe überträgt sich.
Halten Sie in einer Ausnahmesituation an vertrauten Routinen fest: gemeinsame Mahlzeiten, feste Schlafenszeiten, kleine Aufgaben für jeden. Struktur gibt Halt, wenn das Gewohnte wegbricht. Vorsorge heißt nicht, ständig an das Schlimmste zu denken. Es heißt, einmal vorbereitet zu sein und dann wieder gelassen zu leben. Genau hier liegt der Unterschied zwischen sinnvoller Krisenvorsorge und übertriebenem Prepping.
Krisenvorsorge für kleine Wohnungen und knappe Budgets
Kein Keller, wenig Platz, schmales Budget, das sind keine Ausreden, sondern lösbare Aufgaben. Auch in einer Zweizimmerwohnung lässt sich ein vollwertiger Notvorrat unterbringen. Nutzen Sie den Raum unter dem Bett, oberste Schrankfächer, den Bereich hinter dem Sofa oder flache Boxen im Flurschrank. Getränkekisten für den Wasservorrat stapeln sich platzsparend, Konserven passen in jede Lücke.
Bei knappem Budget gilt: priorisieren und schrittweise aufbauen. Beginnen Sie mit Wasser und wenigen Tagen Grundvorrat und bauen Sie die übrigen Vorräte nach dem rollierenden Prinzip aus dem Abschnitt zum Notvorrat aus. Ein solider Einstieg in die Notfallvorsorge ist schon ab etwa 100 bis 150 Euro machbar.
Was Krisenvorsorge kostet: drei Pakete im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt drei realistische Ausbaustufen mit Richtpreisen, von der Grundabsicherung bis zur umfassenden Vorsorge. Nutzen Sie die Tabelle als Checkliste für Ihren Einkauf.
Paket | Inhalt | Richtpreis |
|---|---|---|
Einsteiger | Wasservorrat, 5 Tage Lebensmittel, Taschenlampe, Batterien, kleine Hausapotheke | 100–150 € |
Fortgeschritten | 10 Tage Vorräte, Kurbelradio, Powerbank, Campingkocher, erweiterte Hausapotheke, Bargeldreserve | 300–450 € |
Komplett | Voller 10-Tage-Vorrat, zweistufige Wasserfilterung, mobiler Sterilfilter, Notfallrucksack, Ausrüstung für Sonderbedarfe | 600–900 € |
Eine gut sortierte Hausapotheke mit Erste-Hilfe-Set gehört in jedes dieser Pakete, denn medizinische Selbsthilfe ist bei Krisen und Katastrophen oft der erste Schritt.
Gemeinsam stärker: Nachbarschaftshilfe als Ergänzung zur Eigenvorsorge
Eigenvorsorge ist die Grundlage, aber im Ernstfall zeigt sich der Wert einer funktionierenden Nachbarschaft. Sie ist ein Baustein des Bevölkerungsschutzes, der bei den Menschen selbst beginnt. Wer sich vorher abstimmt, ist besser aufgestellt. Klären Sie, wer ein Notstromaggregat, einen Campingkocher oder medizinisches Fachwissen hat, und tauschen Sie Telefonnummern aus.
Wenn drei Haushalte im Treppenhaus wissen, dass die Nachbarin im dritten Stock schlecht zu Fuß ist, wird sie im Krisenfall nicht vergessen. Geteilte Ressourcen wie ein gemeinsam genutzter Wasserfilter oder abgestimmte Vorräte erhöhen die Resilienz aller. Gerade für Ältere und Alleinstehende ohne Familie in der Nähe kann eine feste Ansprechperson im Haus im Ernstfall entscheidend sein.
Legen Sie fest, wer im Notfall bei wem klopft und wie Sie sich ohne Handynetz erreichen. Gemeinschaft ersetzt keine eigene Vorsorge, aber sie verdoppelt deren Wirkung und ergänzt die staatliche Katastrophenhilfe genau dort, wo sie zuerst gebraucht wird.
Häufige Fragen zur Krisenvorsorge
Ist das private Speichern von Wasser oder ein Notstromaggregat rechtlich erlaubt?
Wasser und lang haltbare Lebensmittel dürfen Sie unbegrenzt bevorraten. Kleine Notstromaggregate sind für den privaten Gebrauch zulässig, müssen aber sicher und im Freien betrieben werden. Waffen zur Selbstverteidigung unterliegen dem strengen Waffengesetz und sind für die Krisenvorsorge weder nötig noch empfehlenswert.
Wie lange ist gelagertes Notwasser haltbar?
In sauberen, fest verschlossenen und lebensmittelechten Behältern hält Leitungswasser kühl und dunkel gelagert etwa sechs Monate. Danach sollten Sie Ihren Wasservorrat austauschen. Gekauftes Mineralwasser ist deutlich länger haltbar, beachten Sie das aufgedruckte Datum.
Woran erkenne ich seriöse Warnungen im Ernstfall?
Verlassen Sie sich auf offizielle Quellen: die Warn-App NINA des BBK, Sirenen, das Radio und amtliche Mitteilungen der zivilen Verteidigung und des Bevölkerungsschutzes. Meldungen in sozialen Netzwerken sind oft ungeprüft. Ein batteriebetriebenes Radio ist die verlässlichste Informationsquelle, wenn Strom und Mobilfunk bei einem Blackout ausfallen.
Braucht man für die Krisenvorsorge wirklich einen Wasserfilter?
Ja, Erhitzen allein reicht oft nicht. Wir empfehlen, den Filter fest in die Notfallausrüstung einzuplanen. Wie lange man Wasser kochen sollte und warum Abkochen einen Legionellenbefall der Installation dennoch nicht beseitigt, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Thema Wasser abkochen.




