Was tun bei Legionellen – der Notfallplan fürs Trinkwasser

Nach einem Legionellennachweis in Haus oder Wohnung sollte die Warmwassernutzung sofort eingeschränkt werden. Entscheidend ist dabei nicht das Trinken des Wassers, sondern das Einatmen feinster Wassertröpfchen, etwa beim heißen Duschen, in Whirlpools oder über Luftbefeuchter, die an das betroffene System angeschlossen sind. Der Befundbericht zeigt mit dem KBE-Wert, wie stark die Belastung ausfällt und welche weiteren Schritte nötig werden. Eigentümer müssen das Gesundheitsamt einbeziehen, Bewohner sollten die Hausverwaltung schriftlich informieren. An Dusche und Wasserhahn können endständige Legionellenfilter die Aerosolbelastung kurzfristig senken, bis die Ursache geprüft und behoben ist. Die folgenden Abschnitte erklären Befundstufen, Pflichten nach der Trinkwasserverordnung 2023, Grenzen der thermischen Desinfektion, Sonderfälle und Mieterrechte im Detail.

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Relevante Fakten

  • Bei Legionellenbefall Duschen meiden, Befundstufe prüfen und Eigentümer oder Gesundheitsamt informieren.

  • Ab 100 KBE/100 ml gilt der technische Maßnahmenwert der Trinkwasserverordnung 2023. Meldung und Risikoabschätzung sind Pflicht.

  • Thermische Desinfektion bei 70 °C scheitert oft an Biofilmen und Totsträngen in den Warmwasserleitungen, Wiederverkeimung ist häufig.

  • Endständige Legionellenfilter mit 0,2 µm Membran bieten zuverlässigen Sofortschutz an Dusche und Wasserhahn.

  • Risikogruppen wie Immungeschwächte sollten bis zur Freigabe konsequent gefilterte Entnahmestellen nutzen.

Mieterin hat Duschverbot und ist wütend
Bei Duschverbot ist der Ärger für alle groß

Was tun bei Legionellen: Die wichtigsten Sofortmaßnahmen in den ersten 24 Stunden

Der erste Tag entscheidet darüber, ob aus einem Befund ein gesundheitliches Problem wird. Legionellen werden nicht durch Trinken übertragen, sondern durch Einatmen feiner Wassertröpfchen. Wer in den ersten 24 Stunden konsequent handelt, reduziert das Risiko praktisch auf null. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge. Zuerst die Aerosolquellen abstellen, dann den Befund einordnen, anschließend die Zuständigen informieren und parallel den Schutz an der Zapfstelle organisieren.

  1. Aerosolbildung stoppen. Nicht duschen, keine Whirlpools, keine Luftbefeuchter oder Inhalatoren mit Leitungswasser betreiben. Warmwasser nur zum Spülen am Becken nutzen, möglichst Kaltwasser verwenden.

  2. Befundbericht prüfen. KBE-Wert pro 100 Milliliter und die untersuchten Probenahmestellen identifizieren. Erst dieser Wert sagt, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

  3. Schriftlich informieren. Bewohner wenden sich an Vermieter und Hausverwaltung, Eigentümer im Mehrfamilienhaus an das zuständige Gesundheitsamt. Bei Selbstnutzung im Einfamilienhaus ist die Meldung freiwillig, aber sinnvoll. Eine ausführliche Übersicht zu Rechten und Pflichten gibt der Ratgeber für Mieter bei einem Legionellenbefund.

  4. Risikogruppen identifizieren. Leben Immungeschwächte, Lungenkranke, Säuglinge oder Menschen über 65 im Haushalt, gilt absolute Aerosolvermeidung.

  5. Endständigen Sofortschutz organisieren. Filter an Dusche und Wasserhahn, Details siehe Abschnitt zu endständigen Filtern.

  6. Warmwasser ersetzen. Bis zum Sofortschutz Wasser für Körperpflege abkochen oder kaltes Leitungswasser nutzen. Unter 25 °C vermehren sich Legionellen kaum.

Die KBE-Entscheidungsmatrix: Was der Wert auf dem Befund bedeutet

Der entscheidende Wert auf dem Laborbericht sind die koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter, kurz KBE/100 ml. An ihm hängen Fristen, Pflichten und die Frage, ob ein Duschverbot ausgesprochen wird. Die Trinkwasserverordnung 2023 setzt den technischen Maßnahmenwert bei 100 KBE/100 ml an. Ab Erreichen dieses Werts beginnt der gesetzliche Handlungsdruck. Maßgeblich ist immer der höchste gemessene Wert an einer einzelnen Probenahmestelle, nicht der Durchschnitt über die Anlage. Die Probenahme erfolgt nach DIN EN ISO 19458 durch ein akkreditiertes Labor.

StufeKBE/100 mlGesetzliche KonsequenzEmpfohlene MaßnahmeFristrahmen
Unauffällig< 100KeineRegelturnus, Temperaturen kontrollierenNächste Probe nach 3 Jahren
Mittlere Kontamination100–999Meldung ans Gesundheitsamt, RisikoabschätzungWeitergehende Untersuchung, Ortsbesichtigung, Legionellenfilter empfehlenswertMeldung unverzüglich
Hohe Kontamination1.000–9.999Sofortmeldung, SanierungspflichtGefährdungsanalyse, Maßnahmenplan, Legionellenfilter- Sofortschutz an EntnahmestellenBehebung binnen rund 12 Monaten
Extreme Kontamination≥ 10.000Sofortmeldung, in der Regel DuschverbotNutzungseinschränkung, unverzügliche Maßnahmen, Legionellenfilter für RestnutzungUnverzüglich

Die Einordnung ist nicht akademisch. Bei 10.000 KBE und mehr besteht eine unmittelbare Gesundheitsgefahr, hier dürfen Duschen ohne Filterschutz nicht weiter betrieben werden. Im Bereich 100 bis 999 KBE ist das Risiko geringer, aber die Risikoabschätzung zwingt den Betreiber, die Ursache aufzuklären. Wer hier abwartet, riskiert die nächste Stufe, denn Legionellen vermehren sich exponentiell, wenn die Bedingungen stimmen. In den meisten Befunden dominiert Legionella pneumophila, der medizinisch relevanteste Erreger.

kbE-Werte Legionellen

Rechtliche Pflichten nach Trinkwasserverordnung 2023

Mit der Novelle der Trinkwasserverordnung vom Juni 2023 wurden die Pflichten für Betreiber von Trinkwasserinstallationen verschärft. Wer Wasser an Dritte abgibt, also klassisch ein Eigentümer im Mehrfamilienhaus mit zentraler Warmwasseraufbereitung, muss ab dem technischen Maßnahmenwert unverzüglich handeln, ohne dass das Gesundheitsamt erst auffordert. Die Anzeige beim Gesundheitsamt nach § 53 TrinkwV hat unverzüglich zu erfolgen, Details zur Meldepflicht bei Grenzwert-Überschreitung sind dabei genau einzuhalten. Parallel greift die Handlungspflicht nach § 51. Der Betreiber muss die Ursache klären, die Gefährdung beurteilen und Sanierungsschritte einleiten. Die Gefährdungsanalyse folgt den in der Trinkwasserverordnung verankerten Vorgaben zu Legionellen und umfasst Ortsbesichtigung, Temperaturmessung, Prüfung von Totsträngen und der Zirkulation.

Die Informationspflicht gegenüber Verbrauchern ist eigenständig. Alle angeschlossenen Bewohner sind schriftlich, per Aushang oder Anschreiben, über den Befund, die Risiken und das empfohlene Verhalten zu informieren. Wer dieser Informationspflicht nicht nachkommt, riskiert Bußgelder und zivilrechtliche Ansprüche.

Legionellencheck - wann vermehren sich Legionellen?

Thermische Desinfektion: Pflichtprogramm mit Tücken

Die thermische Desinfektion ist die Standardmaßnahme jeder Sanierung. Der Speicher wird auf mindestens 70 °C aufgeheizt, dann werden alle Entnahmestellen nacheinander für mindestens drei Minuten mit Wasser dieser Temperatur beaufschlagt. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 gibt die wassertechnischen Anforderungen vor, ergänzt durch das DVGW-Arbeitsblatt W 551-3 für die anschließende Reinigung. Das vom Umweltbundesamt veröffentlichte Vorgehen zur systemischen Untersuchung auf Legionellen bestätigt diese Anforderungen.

Auf dem Papier sterben Legionellen bei dieser Temperatur innerhalb von Sekunden. In der Praxis scheitert das Verfahren regelmäßig an drei Faktoren. Biofilme an den Rohrinnenwänden schirmen die Bakterien thermisch ab, in Totsträngen wird die Zieltemperatur gar nicht erst erreicht, und ältere Installationen halten die geforderten Werte an den entferntesten Zapfstellen oft nur knapp. Die Folge ist eine Wiederverkeimung. Das Verfahren ist Pflichtprogramm, aber keine Dauerlösung. Ohne korrekte Temperaturführung im gesamten System kommt der Legionellenbefall zurück.

Chemische Desinfektion und UV: Wann Alternativen sinnvoll sind

Wo die thermische Desinfektion technisch nicht möglich ist, kommen Verfahren der chemischen Desinfektion zum Einsatz. Chlordioxid ist das verbreitetste, es wirkt auch in Biofilmen. Das Verfahren ist im DVGW-Arbeitsblatt W 224 geregelt. Wasserstoffperoxid mit Silberionen wird seltener eingesetzt, anodische Oxidation erzeugt Desinfektionsmittel elektrochemisch direkt aus dem Wasser. UV-Bestrahlung am Eintritt der Hausinstallation desinfiziert das einströmende Wasser, schützt aber nicht vor Verkeimung in den nachgelagerten Warmwasserleitungen. Alle Verfahren dürfen ausschließlich von Fachbetrieben mit entsprechender Zulassung durchgeführt werden, die Kosten liegen je nach Anlagengröße zwischen 1.500 und mehreren Tausend Euro. Was definitiv nicht funktioniert, ist Essigessenz, Chlortabletten aus dem Pool oder andere Hausmittel in die Leitung zu kippen. Das ist wirkungslos und verstößt obendrein gegen die Trinkwasserverordnung.

Legionellenfilter Duschkopf
Duschkopf mit Legionellenfilter (hier Safety Chrom) schützen sicher

Endständige Legionellenfilter als Sofortschutz an der Zapfstelle

Während die Sanierung Wochen oder Monate dauert, brauchen Bewohner einen verlässlichen Schutz an der Stelle, an der das Wasser tatsächlich austritt. Genau das leistet ein endständiger Legionellenfilter für die Dusche. Er wird direkt zwischen Armatur und Duschschlauch, auf den Wasserhahn oder an die Badewannenarmatur montiert und filtert das Wasser unmittelbar vor dem Austritt. Das gesamte Leitungsnetz dahinter spielt keine Rolle mehr.

Der Sterilfilter oder auch Membranfilter genannt, arbeitet mit einer Porengröße von 0,2 µm und hält Legionellen, Pseudomonaden und andere Bakterien mechanisch zurück – reine Aktivkohlefilter leisten das ausdrücklich nicht.

Sanquell aus Deutschland bietet genau diese Legionellenfilter für Dusche, Wasserhahn und als Inline-Variante für die Badewanne an. Die Filter werden ohne Eingriff in die Trinkwasserinstallation montiert, halten je nach Modell mehrere Wochen und sind über ein Abo mit Ersatzpatronen lieferbar. Für Systeme mit struktureller Schwäche sind die Filter auch als Dauerlösung sinnvoll, nicht nur als Übergang.

Risikogruppen: Wer besonders aufpassen muss

Die Legionärskrankheit trifft nicht alle Menschen gleich. Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Exposition häufig folgenlos, bei bestimmten Gruppen liegt die Infektionsdosis dagegen deutlich niedriger und der Verlauf einer Legionellen-Infektion ist schwerer. Das Robert Koch-Institut führt als Risikogruppen für Legionellose Immunsupprimierte unter Chemotherapie oder nach Transplantation, HIV-Patienten in fortgeschrittenem Stadium, COPD-Patienten und andere chronisch Lungenkranke, Menschen über 65, starke Raucher und Säuglinge. Für diese Personen gilt eine strengere Logik. Aerosolexposition ist unabhängig vom KBE-Wert zu vermeiden, solange der Befund nicht durch zwei aufeinanderfolgende Negativproben aufgehoben ist. Konkret heißt das, an der genutzten Dusche und am Waschbeckenhahn einen Sterilfilter installieren und bis zur offiziellen Freigabe konsequent dort bleiben.

Legionärskrankheit erkennen: Symptome und Arztbesuch

Nach einer Exposition vergehen typischerweise zwei bis zehn Tage, bis erste Symptome auftreten. Leitsymptome sind hohes Fieber über 39 °C, trockener Husten, Atemnot, starke Kopf- und Muskelschmerzen, häufig auch Durchfall und gelegentlich Verwirrtheitszustände. Das klinische Bild gleicht zunächst einer schweren Lungenentzündung anderer Ursache. Daneben gibt es das mildere Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Beschwerden ohne Lungenentzündung, das nach wenigen Tagen abklingt.

Wer nach möglicher Exposition entsprechende Symptome einer Legionellen-Erkrankung entwickelt, sollte sofort den Hausarzt aufsuchen oder bei Atemnot die Notaufnahme, und den Legionellen-Verdacht ausdrücklich nennen. Nur so wird der Urin-Antigen-Test angeordnet, der die Diagnose binnen Stunden sichert. Die Legionärskrankheit ist nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

 

Sonderfälle nach Gebäudetyp und Nutzung

Nicht jede Situation lässt sich nach Schema F behandeln. Drei Konstellationen weichen vom Standardvorgehen ab: das selbst genutzte Einfamilienhaus ohne Untersuchungspflicht, Objekte mit langer Stagnation wie Ferienwohnungen, Wohnmobile und Boote sowie Niedertemperatursysteme mit Wärmepumpe.

 

Legionellenbefall Einfamilienhaus

Einfamilienhaus: praktische Risikoeinschätzung

Im selbst genutzten Einfamilienhaus greift keine Untersuchungspflicht. Das Risiko für Legionellen im Trinkwasser ist trotzdem real, vor allem bei langen Stagnationsphasen, übergroßen Speichern und Niedrigtemperatur-Heizung. Wer auf Nummer sicher gehen will, beauftragt ein akkreditiertes Probenahmelabor. Die Kosten liegen bei rund 50 bis 100 Euro pro Probe. Bei freiwilligem Positivbefund empfiehlt sich eine wöchentliche Spülroutine, bei der alle Zapfstellen für mindestens drei Minuten bei mindestens 60 °C ablaufen. Endständige Filter sind im EFH besonders pragmatisch, weil sie ohne behördliche Vorgaben sofort einsetzbar sind.

 

Frau kommt aus dem Urlaub nach Hause

Ferienwohnung, Wohnmobil und Boot nach längerem Stillstand

Stagnation ist der zuverlässigste Wachstumsbeschleuniger für Legionellen im Trinkwasser. Wer eine Ferienwohnung, ein Wohnmobil oder ein Boot nach Wochen wieder in Betrieb nimmt, sollte vor der ersten Nutzung alle Entnahmestellen gründlich spülen, den Speicher einmalig auf 70 °C hochheizen und Perlatoren wie Duschköpfe demontieren, reinigen oder austauschen. Gewerblich vermietete Ferienwohnungen unterliegen der Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung, was häufig übersehen wird. In mobilen Anwendungen ist ein endständiger Filter an der Hauptzapfstelle die pragmatischste Lösung.

Wärmepumpen - eine Gefahr für Legionellen?

Wärmepumpe und Niedertemperatursysteme

Energieeffizienz und Legionellenschutz stehen in direktem Konflikt. Wärmepumpen arbeiten am wirtschaftlichsten bei niedrigen Vorlauftemperaturen, das DVGW-Arbeitsblatt W 551 fordert für Großanlagen mit Speichern über 400 Liter oder mit mehr als 3 Liter Leitungsinhalt aber mindestens 60 °C am Austritt des Trinkwasserspeichers und dauerhaft mindestens 55 °C in der gesamten Zirkulation. Gangbare Wege sind regelmäßige Aufheizzyklen über die Legionellenschaltung, Frischwasserstationen mit minimalem Pufferinhalt, Ultrafiltration am Eintritt oder ein dauerhafter endständiger Sterilfilter an den tatsächlich genutzten Entnahmestellen.

Mieterin hat Duschverbot und ist wütend

Mieterrechte: Mietminderung, Auskunft und Schadensersatz

Bewohner haben bei Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes einen klaren Auskunftsanspruch. Der Vermieter muss unverzüglich informieren und auf Verlangen den Befundbericht aushändigen. Zur Mietminderung hat sich eine differenzierte Rechtsprechung etabliert. Das Amtsgericht Dresden hat bei einer Legionellenkonzentration von 14.000 KBE/100 ml eine Minderung von 25 Prozent als angemessen erachtet (AG Dresden, Urt. v. 11.11.2013, Az. 148 C 5353/13), das Landgericht Berlin erkannte bei fortbestehender Gefahrbesorgnis 10 Prozent Minderung an (LG Berlin, Urt. v. 17.06.2021, Az. 67 S 17/21). Bei nachgewiesener Erkrankung infolge versäumter Maßnahmen kommen Schadensersatzansprüche hinzu. Wichtig ist, die Minderung schriftlich anzukündigen und nicht eigenmächtig vom Konto abzuziehen. Wer ohne formelle Ankündigung kürzt, riskiert eine Kündigung wegen Zahlungsverzugs.

Nachuntersuchung und Freigabe des Wassers

Eine Sanierung ist erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn das Labor den Erfolg bestätigt. Die erste Nachuntersuchung wird frühestens vier Wochen nach Abschluss der Maßnahmen durchgeführt, und zwar an denselben peripheren Entnahmestellen wie die Erstprobe sowie an einer Systemprobe am Speicheraustritt und in der Zirkulation. Üblich sind zwei aufeinanderfolgende unauffällige Kontrolluntersuchungen im Abstand von einigen Monaten, bevor das Gesundheitsamt formal Entwarnung gibt. Erst nach der bestätigenden Nachuntersuchung sollten endständige Filter zurückgebaut oder ein Duschverbot aufgehoben werden. Wer früher eigenmächtig zur Normalnutzung zurückkehrt, gefährdet sich und andere und verliert im Streitfall den Versicherungsschutz.

Häufige Fragen zu Legionellen im Trinkwasser

Kann ich Legionellen mit Essig oder Chlortabletten bekämpfen?

Nein. Pool-Chlortabletten sind für Trinkwasser nicht zugelassen und werden in der Hausinstallation ohnehin deutlich unterdosiert. Essig hat seinen sinnvollen Platz nur beim Entkalken demontierter Perlatoren, nicht im Leitungssystem.

Ist Händewaschen mit kontaminiertem Wasser gefährlich?

Kurzes Händewaschen am Waschbecken mit Kaltwasser ist unproblematisch, solange das Wasser nicht stark vernebelt. Kritisch sind alle Anwendungen mit Aerosolbildung wie Duschen, Inhalation oder Luftbefeuchter. Risikogruppen sollten trotzdem auch am Waschbecken gefiltertes Wasser nutzen.

Wie oft sollte ich Perlatoren und Duschköpfe reinigen?

Mindestens alle drei Monate entkalken, in hartem Wasser monatlich. Bei Legionellenbefall sofort entfernen, in Essig einlegen oder austauschen. Kalk und Korrosionspartikel sind die Hauptnährböden für Biofilme an der Entnahmestelle.

Wer zahlt die Sanierungskosten, Vermieter oder Mieter?

Die Behebung des Legionellenbefalls ist Sache des Eigentümers als Betreiber der Trinkwasserinstallation. Umgelegt werden können diese Kosten nur in seltenen Ausnahmefällen, in der Regel handelt es sich um Instandhaltung. Kosten für selbst angeschaffte endständige Filter trägt der Verbraucher, sofern keine andere Vereinbarung besteht.

Wie lange dauert eine komplette Sanierung von Befund bis Freigabe?

Realistisch zwischen drei und neun Monaten. Risikoabschätzung und Planung benötigen vier bis acht Wochen, die Umsetzung selbst je nach Aufwand wenige Tage bis mehrere Wochen, die Nachuntersuchung mit Wartezeiten weitere drei bis sechs Monate. In dieser Zeit ist der endständige Schutz an der Entnahmestelle die einzige zuverlässige Versorgungslösung.

 

Die enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen; sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Inhalte dienen der Vermittlung von Wissen und sind nicht mit der individuellen Betreuung zu vergleichen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Experten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Der Artikel enthält Links zu unseren Produkten.

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