Legionellose verstehen und wirksam vorbeugen

Legionellose ist eine bakterielle Infektion, die durch das Bakterium Legionella pneumophila ausgelöst wird. Sie überträgt sich durch das Einatmen feinster wasserhaltiger Aerosole, etwa beim Duschen, aus Klimaanlagen oder Whirlpools, und nicht von Mensch zu Mensch. Die Erkrankung ist gut behandelbar, kann aber als schwere Lungenentzündung lebensbedrohlich verlaufen. Was Sie über Erreger, Verlauf, Diagnostik, Therapie und wirksamen Schutz wissen müssen.
Frau sitzt am Laptop

Sofort informiert über Wasser und - gratis!

Aktuelle Ratgeber und Empfehlungen gratis bei Google News - einfach sanquell als bevorzugte Quelle angeben und wichtige Neuigkeiten angezeigt bekommen.

So geht’s:
- Rufen Sie die Google-Quelleneinstellungen auf
- nach „sanquell.de“ suchen
- Haken neben dem Suchergebnis setzen
Fertig!

Hier einfach aktivieren

Lifehacks für mehr Wohlbefinden

Ben und Dana gehen für euch ins Detail, entlarven Mythen und geben konkrete Tipps und Lifehacks für sauberes Wasser und mehr Wohlbefinden durch gute Ernährung. In unserem Podcast "unfiltered | Wasser. Wellness. Wohlbefinden" beantworten unsere Experten eure Fragen.

Jetzt direkt die neue Folge hören

Knackig zusammengefasst

  • Legionellose wird durch Einatmen wasserhaltiger Aerosole mit Legionella pneumophila ausgelöst, nicht von Mensch zu Mensch.

  • 2024 wurden in Deutschland über 2.200 Fälle gemeldet. Die Letalität liegt bei ambulant oder reiseassoziiert erworbenen Fällen bei 5 bis 9 Prozent, bei nosokomialen Fällen bei rund 13 Prozent.

  • Legionellen vermehren sich in Biofilmen bei Wassertemperaturen von 25 bis 45°C. Erst über 60°C sterben sie zuverlässig ab.

  • Fluorchinolone oder Makrolide sind die leitliniengerechte Therapie bei der Legionärskrankheit.

  • Ein endständiger Legionellenfilter an Dusche und Wasserhahn schützt sofort dort, wo das Aerosol entsteht.

Was ist Legionellose und wie wird sie übertragen?

Die Legionellen-Infektion entsteht, wenn Bakterien der Gattung Legionella tief in die Atemwege gelangen. Der entscheidende Übertragungsweg sind feine Aerosole, also winzige, in der Luft schwebende Wassertröpfchen, die bis in die Lungenbläschen vordringen. Sie entstehen überall dort, wo Wasser verwirbelt oder versprüht wird: an Duschen und Wasserhähnen, in Klimaanlagen, Kühltürmen, Whirlpools und Zierbrunnen. Trinken oder Schlucken von belastetem Wasser macht in der Regel nicht krank. Auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet praktisch nicht statt. Die Gefahr geht ausschließlich vom Aerosol aus, und dieses entsteht erst am Duschkopf und Wasserhahn im Moment des Versprühens.

Der Erreger Legionella pneumophila und Serogruppe 1

Legionella pneumophila gehört zu den gramnegativen Stäbchenbakterien. Sein wichtigstes Merkmal ist die Fähigkeit, sich innerhalb anderer Zellen zu vermehren. Im Wasser nutzt der Erreger freilebende Amöben als Wirt, im menschlichen Körper befällt er die Makrophagen, also jene Fresszellen, die ihn eigentlich beseitigen sollten. Diese Lebensweise als fakultativ intrazellulärer Parasit erklärt, warum bestimmte Antibiotika versagen und andere gezielt wirken müssen. In Wasserleitungen siedeln sich Legionellen bevorzugt in Biofilmen an, schleimigen Ablagerungen an Rohrwänden, die sie vor äußeren Einflüssen schützen. Ihr kritischer Vermehrungsbereich liegt bei Wassertemperaturen zwischen 25 bis 45°C. Von den über 60 bekannten Arten verursacht in Europa vor allem L. pneumophila der Serogruppe 1 die meisten ambulant erworbenen Erkrankungen.

Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber im Vergleich

Eine Legionellen-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die schwere Form ist die Legionärskrankheit, eine ausgeprägte Pneumonie mit hohem Fieber, trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und teils Durchfall. Das Pontiac-Fieber verläuft dagegen mild und grippeähnlich, ganz ohne Lungenentzündung, und heilt meist von selbst aus. Welche Form sich entwickelt, hängt unter anderem von der Erregermenge, der Empfänglichkeit und dem Immunstatus ab. Während sich die Legionärskrankheit über Tage aufbaut und behandlungsbedürftig ist, treten die Symptome des Pontiac-Fiebers innerhalb weniger Stunden auf und klingen meist ohne bleibende Schäden wieder ab.

Merkmal

Legionärskrankheit

Pontiac-Fieber

Inkubationszeit

2 bis 10 Tage

5 bis 72 Stunden (bis zu 3 Tage)

Lungenentzündung

ja (Pneumonie)

nein

Leitsymptome

Fieber, Husten, Diarrhö, Atemnot

erhöhte Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen

Schweregrad

schwer, teils intensivpflichtig

mild

Verlauf

Letalität 5 bis 10 %

meist folgenlos ausheilend

Nicht jeder, der Legionellen einatmet, erkrankt. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch Krebstherapien oder Kortikosteroide, sowie Personen mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen oder Diabetes. Auch Raucher und ältere Menschen tragen ein deutlich erhöhtes Risiko, und Männer erkranken häufiger als Frauen. Im Krankenhaus und in der Pflegeeinrichtung ist das Risiko erhöht, weil dort viele empfängliche Personen leben und ausgedehnte Wassersysteme als Infektionsquelle dienen können. 2024 wurden dem RKI in Deutschland über 2.200 Fälle der Legionellose gemeldet. Die Letalität liegt bei ambulant oder reiseassoziiert erworbenen Fällen bei 5 bis 9 Prozent, bei nosokomialen Fällen bei rund 13 Prozent. Fachleute gehen zudem von einer erheblichen Untererfassung aus, weil nicht jede Lungenentzündung auf Legionellen getestet wird. Steigende Umgebungstemperaturen im Zuge des Klimawandels begünstigen das Bakterienwachstum.

Diagnostik: So wird Legionellose erkannt

Da sich eine Legionellen-Pneumonie klinisch kaum von anderen Lungenentzündungen unterscheidet, ist eine gezielte Labordiagnostik entscheidend. Die folgenden Abschnitte erläutern zunächst die wichtigsten Labormethoden und anschließend den Legionella-Score als klinische Hilfe zur Abgrenzung von anderen Erregern.

Urin-Antigen-Test, PCR und Kultur

Der Urin-Antigen-Test ist das schnellste Verfahren und erfasst vor allem die Serogruppe 1, die den Großteil der Erkrankungen verursacht. Sein Nachteil liegt darin, dass ein negatives Ergebnis eine Infektion nicht sicher ausschließt. Zudem bleibt das Antigen auch nach der Genesung noch wochenlang nachweisbar, weshalb es sich als Therapiekontrolle nicht eignet. Die PCR aus Atemwegsmaterial wie Sputum oder bronchoalveolärer Lavage weist das Erbgut des Erregers direkt und rasch nach. Die Kultur auf Spezialnährböden gilt als Goldstandard, weil sie den Erreger sichert und Typisierungen ermöglicht. Sie dauert allerdings mehrere Tage und muss ausdrücklich angefordert werden.

Legionella-Score zur klinischen Abgrenzung

Zur schnellen Einschätzung am Krankenbett dient der Legionella-Score. Er bewertet unter anderem eine Temperatur über 39,4 °C, fehlendes Sputum beziehungsweise nicht produktiven Husten, Natrium unter 133 mmol/l, LDH über 225 U/l, CRP über 187 mg/l und Thrombozyten unter 171 G/l. Mit hoher Sensitivität und moderater Spezifität hilft dieses Punktesystem, eine Legionellen-Pneumonie von anderen Erregern abzugrenzen, bevor die endgültigen Laborergebnisse vorliegen. So lässt sich frühzeitig die richtige Therapie einleiten.

Therapie: Antibiotika, Dosierung und Dauer

Wegen der intrazellulären Lebensweise der Legionellen wirken nur Antibiotika, die gut in die Zellen eindringen. Leitliniengerecht sind zwei Wirkstoffgruppen: Fluorchinolone wie Levofloxacin (üblicherweise 750 mg einmal täglich) und Makrolide wie Azithromycin (meist 500 mg täglich). Fluorchinolone gelten bei schweren Verläufen häufig als erste Wahl. Die Behandlungsdauer liegt in der Regel bei 5 bis 10 Tagen, bei Immunsuppression bis zu 21 Tagen. Entscheidend für die Prognose ist der frühe Therapiebeginn. Wird die richtige Behandlung rasch eingeleitet, sinkt die Sterblichkeit deutlich. Deshalb sollte bei jeder schweren, ambulant erworbenen Pneumonie an eine Legionellose gedacht werden.

Ein Duschkopf mit infiziertem Wasser

Warum heißes Wasser allein nicht zuverlässig schützt

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, wer das Wasser heiß genug macht, sei auf der sicheren Seite. Richtig ist zwar, dass Legionellen bei Wassertemperaturen über 55°C in ihrem Wachstum gehemmt werden und erst über 60°C zuverlässig absterben. In der Praxis der Hausinstallation greift die thermische Desinfektion aber zu kurz. Das beginnt bei den kalten Leitungsabschnitten, die im kritischen Bereich von 25 bis 45°C liegen und niemals durchgehend erhitzt werden. Hinzu kommt, dass sich die Bakterien in Biofilmen verschanzen und einzelne Hitzestöße überleben. Nach kurzer Zeit kommt es zur Wiederverkeimung. Und selbst eine korrekt durchgeführte thermische Spülung wirkt nur im Rohrsystem, nicht an der Entnahmestelle. Das gefährliche Aerosol entsteht erst am Duschkopf und am Wasserhahn. Wer dort Sofortschutz will, muss die Barriere an die Entnahmestelle verlegen.

Endständiger Legionellenfilter als Sofortschutz

Technisch kommt bei einem endständigen Legionellenfilter ein Filtertyp zum Einsatz. Der Rückhalt der Bakterien erfolgt über den Sterilfilter, auch als Membranfilter bekannt. Dessen Membran besitzt Poren, die so fein sind, dass Legionellen mechanisch zurückgehalten werden. So wirkt er vom ersten Tropfen an, unabhängig vom Zustand des Leitungssystems und der Wassertemperaturen. Auf genau solche Lösungen hat sich Sanquell spezialisiert: endständige Legionellenfilter für Dusche, Wasserhahn und Badewanne, inklusive Beratung und Datenblättern für das Gesundheitsamt. Ein solcher Filter ersetzt weder die Pflichten aus der Trinkwasserverordnung noch die Vorgaben des DVGW-Arbeitsblatts W 551. Er ist die ergänzende, an der Entnahmestelle notwendige Barriere, besonders für die genannten Risikogruppen oder wenn eine schnelle Sanierung nicht möglich ist. Daneben gibt es einfache Maßnahmen, mit denen Sie das Risiko im Haushalt senken:

  • Duschköpfe und Perlatoren regelmäßig entkalken, reinigen und bei starken Ablagerungen austauschen, denn sie sind bevorzugte Nistplätze für Biofilme.

  • Warmwasserboiler auf mindestens 60 °C einstellen.

  • Nach längerer Abwesenheit (Urlaub, Zweitwohnung) alle Leitungen mehrere Minuten heiß und kalt durchspülen.

  • Selten genutzte Zapfstellen wie Gäste-Bäder wöchentlich kurz laufen lassen, um Stagnation zu vermeiden.

  • Risiko-Entnahmestellen mit einem endständigen Filter absichern, wenn im Haushalt ältere oder immungeschwächte Personen leben.

Duschkopf Legionellen
Duschköpfe mit Legionellenfilter schützen sicher

Prognose, Meldepflicht und rechtliche Einordnung

Bei rechtzeitiger und gezielter Antibiotikatherapie ist die Prognose der Legionärskrankheit gut. Nach schweren Verläufen kann die vollständige Erholung allerdings Wochen bis Monate dauern, und manche Betroffene klagen noch länger über Erschöpfung. Das Pontiac-Fieber heilt in aller Regel folgenlos aus. Rechtlich ist die Legionellose kein Randthema. Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind sowohl der labordiagnostische Nachweis als auch die Erkrankung meldepflichtig, damit die Infektionsquelle ermittelt und weitere Fälle verhindert werden können. Das gilt für ambulant erworbene ebenso wie für reiseassoziierte Erkrankungen. Vermieter größerer Anlagen unterliegen zudem den Untersuchungspflichten der Trinkwasserverordnung und müssen bei Grenzwertüberschreitungen handeln. Diese Pflichten schützen jedoch das Leitungssystem. Den letzten Meter bis zum Aerosol deckt erst der Schutz an der Entnahmestelle ab.

 

Die enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen; sie sind keine medizinischen Anweisungen. Die Inhalte dienen der Vermittlung von Wissen und sind nicht mit der individuellen Betreuung zu vergleichen. Die Umsetzung der hier gegebenen Empfehlungen sollte deshalb immer mit einem qualifizierten Experten abgesprochen werden. Das Befolgen der Empfehlungen erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Der Artikel enthält Links zu unseren Produkten.

Bilder sind AI-generiert.

Was suchen Sie?

0