Das Entscheidende
Ziel der privaten Vorsorge ist ein Notvorrat für möglichst 10 Tage pro Person.
Auch ein Vorrat für mindestens 3 Tage ist bereits sinnvoll und kann schrittweise erweitert werden.
Pro Person und Tag gelten rund 2 Liter Trinkwasser sowie etwa 2.200 kcal als Planungsgröße.
Das First-In-First-Out-Prinzip hält Ihre Notvorräte frisch und vermeidet Verschwendung.
Abkochen kann viele Krankheitserreger im entnommenen Wasser abtöten, beseitigt aber keine chemischen Verunreinigungen und keine Kontaminationsquelle im Leitungssystem.
Ein Legionellen- oder Sterilfilter kann im Krisenfall die mikrobiologische Sicherheit bei der Wasserentnahme erhöhen.
Was ein Notvorrat ist und warum sich die Notfallvorsorge lohnt
Fällt der Strom aus, streiken die Lieferketten oder steht nach einem Unwetter das Wasser im Keller, sind Supermärkte und Wasserhahn plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein Notvorrat überbrückt genau diese Lücke. Er sorgt dafür, dass Sie sich versorgen können, ohne das Haus verlassen zu müssen. Die Szenarien sind real. Das Ahrtal-Hochwasser 2021 hat gezeigt, wie schnell eine ganze Region ohne Strom und sauberes Wasser dasteht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt privaten Haushalten eine Grundbevorratung als Selbstverständlichkeit, nicht aus Panik, sondern aus Vernunft.
Wie viel Vorrat pro Person: möglichst 10 Tage, 2 Liter Wasser, rund 2.200 kcal
Das BBK empfiehlt, die private Vorsorge möglichst auf zehn Tage auszulegen. Wer diesen Umfang nicht sofort erreicht, kann mit einem Vorrat für mindestens drei Tage beginnen und ihn schrittweise erweitern.
Beim Getränkevorrat rechnen Sie mit rund 2 Litern Wasser pro Person und Tag. Davon sind etwa 1,5 Liter zum Trinken und rund 0,5 Liter zum Kochen vorgesehen. Für zehn Tage ergibt das etwa 20 Liter pro Person. Wasser für Körperpflege, Reinigung und weitere Haushaltszwecke ist darin nicht enthalten. Wenn Sie wissen möchten, wie viel Wasser man am Tag trinken sollte, hilft dieser Richtwert auch bei der Vorratsplanung.
Die staatliche Beispiel-Vorratstabelle kalkuliert mit durchschnittlich rund 2.200 kcal pro Person und Tag. Der individuelle Energiebedarf kann je nach Alter, Körpergröße und Aktivität abweichen. Für den krisenfesten Grundvorrat eignen sich vor allem Lebensmittel, die ohne Kühlung haltbar und möglichst einfach zuzubereiten sind. Tiefkühlware sollte deshalb nicht den Kern der Vorratsplanung bilden.
Vorratsliste für 10 Tage mit konkreten Mengen pro Person
Die folgende Vorratstabelle orientiert sich an den Richtwerten für einen Grundnahrungsmittelvorrat. Passen Sie die Mengen an Ihre Haushaltsgröße an, indem Sie die Werte mit der Personenzahl multiplizieren. Wer bestimmte Lebensmittel nicht mag oder verträgt, kann sie durch passende Alternativen aus derselben Lebensmittelgruppe ersetzen.
Kategorie | Menge pro Person / 10 Tage |
|---|---|
Getränke | ca. 20 Liter |
Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln | ca. 3,3 kg |
Gemüse und Pilze | ca. 4,0 kg |
Obst | ca. 2,5 kg |
Milch und Milchprodukte | ca. 2,5 kg |
Fisch, Fleisch, Eier beziehungsweise Alternativen | ca. 1,5 kg |
Fette und Öle | ca. 0,4 kg |
Sonstiges wie Zucker, Salz, Honig oder Fertiggerichte | nach Bedarf |
Wählen Sie bevorzugt haltbare Lebensmittel, die verzehrfertig oder mit wenig Energieaufwand zuzubereiten sind. Konserven, Knäckebrot, Zwieback, Nüsse und Trockenobst eignen sich besonders gut für einen Grundvorrat ohne Kühlbedarf.
Vorrat an individuelle Bedürfnisse anpassen
Der Standardvorrat ist eine Rechengrundlage, kein starres Korsett. Familien mit Säuglingen benötigen zusätzlich passende Babynahrung, Windeln und weitere Pflegeprodukte. Berücksichtigen Sie Allergien und Unverträglichkeiten konsequent und lagern Sie nur Lebensmittel ein, die im Haushalt tatsächlich gegessen werden.
Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte einen ausreichenden Vorrat einplanen und notwendige Verordnungen beziehungsweise die Nachbeschaffung frühzeitig mit Arztpraxis und Apotheke abstimmen.
Vergessen Sie auch Haustiere nicht. Planen Sie für sie Futter, zusätzliches Wasser und gegebenenfalls notwendige Medikamente für den vorgesehenen Vorsorgezeitraum ein.
Das Rotationsprinzip: Notvorräte frisch halten ohne Verschwendung
Ein Notvorrat ist kein Museum, das Sie einmal einrichten und dann vergessen. Das Prinzip vom lebenden Vorrat bedeutet, dass Sie regelmäßig aus dem Bestand verbrauchen und gezielt nachkaufen. Statt zusätzlich zu horten, verschieben Sie einfach den Zeitpunkt Ihres Einkaufs. Was heute ins Regal wandert, ersetzt das, was Sie in den kommenden Wochen ohnehin verbrauchen. In der Praxis setzen Sie das Rotationsprinzip nach dem First In – First Out-Prinzip in wenigen Schritten um:
Neu gekaufte Ware immer nach hinten ins Regal einräumen, ältere nach vorne.
Mindesthaltbarkeitsdaten notieren oder gut sichtbar markieren.
Den Bestand regelmäßig überprüfen, etwa zweimal im Jahr.
Die Lebensmittel aktiv in den normalen Speiseplan integrieren und ersetzen.
Dieses Vorgehen spart Geld und wirkt Lebensmittelverschwendung entgegen.
Notvorrat platzsparend lagern, auch in kleinen Wohnungen
Ein Notvorrat braucht keinen eigenen Kellerraum. Auch in einer kleinen Wohnung finden sich geeignete Flächen, etwa in der Abstellkammer, unter dem Bett, in oberen Schrankfächern oder im Kellerabteil.
Lagern Sie Vorräte möglichst kühl, trocken und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Vermeiden Sie Heizkörpernähe und hohe Luftfeuchtigkeit. Beachten Sie zusätzlich die jeweiligen Lagerhinweise auf den Produkten, da nicht alle Lebensmittel dieselben Bedingungen benötigen.
Trinkwasser sicher bevorraten und im Ernstfall aufbereiten
Wasser ist eines der wichtigsten Elemente der Notfallvorsorge. Bevorraten Sie Trinkwasser möglichst in original verschlossenen Flaschen oder anderen dafür vorgesehenen Behältern und lagern Sie es kühl und dunkel. Wer Leitungswasser selbst abfüllt, sollte ausschließlich saubere, lebensmittelechte und für Trinkwasser geeignete Behälter verwenden sowie Wasser und Behälter regelmäßig kontrollieren.
Doch was tun, wenn der Getränkevorrat aufgebraucht ist und Sie das Leitungswasser plötzlich aufbereiten müssen?
Warum Leitungswasser im Krisenfall gefährlich werden kann
Deutsches Leitungswasser unterliegt im Normalbetrieb strengen Qualitätskontrollen. Im Krisenfall können jedoch Störungen der Aufbereitung, Druckabfälle oder Schäden am Leitungsnetz die Wasserqualität beeinträchtigen.
Besonders problematisch kann länger stagnierendes Wasser in Leitungen sein. Legionellen vermehren sich besonders gut bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius. Nach Hochwasser kann Wasser zusätzlich durch Fäkalkeime sowie je nach Schadenslage durch Chemikalien oder andere Schadstoffe verunreinigt sein.
Was Abkochen leisten kann – und was nicht
Abkochen ist eine wichtige Maßnahme gegen viele Krankheitserreger im Wasser. Ausreichend erhitztes Wasser kann zahlreiche Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen inaktivieren.
Es beseitigt jedoch keine gelösten chemischen Verunreinigungen, Schwermetalle oder sonstigen Schadstoffe. Zudem saniert das Abkochen des entnommenen Wassers keine mögliche Kontaminationsquelle im Leitungssystem selbst. Warum Abkochen gegen Legionellen nur bedingt schützt, zeigt sich deshalb vor allem dann, wenn die Ursache in belasteten Leitungen oder Armaturen liegt.
Legionellen- und Aktivkohlefilter als verlässliche Lösung
Die logische Konsequenz ist ein technischer Filter, der genau dort ansetzt, wo Abkochen an seine Grenzen kommt. Zwei Filtertypen greifen dabei ineinander: ein Legionellen- beziehungsweise Sterilfilter und ein Aktivkohlefilter. Der Sterilfilter arbeitet mit einer ultrafeinen Membran, die Bakterien, Legionellen und andere Keime mechanisch zurückhält, ohne dass Sie das Wasser erhitzen müssen. Der Aktivkohlefilter ergänzt diesen Schutz, indem er bestimmte gelöste Stoffe, Chlor sowie störende Geruchs- und Geschmacksstoffe reduziert.
Sanquell hat sich als Experte für Wasserhygiene auf genau solche Filter spezialisiert. Die Legionellenfilter lassen sich direkt am Wasserhahn oder an der Dusche installieren und liefern Sofortschutz. Als vorbereiteter Baustein Ihrer Notfallvorsorge kann ein solcher Filter dabei helfen, die Wasserentnahme auch dann hygienisch abzusichern, wenn der abgefüllte Getränkevorrat zur Neige geht.
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Ausrüstung für den Ernstfall: Licht, Strom und Kochen ohne Netz
Neben Essen und Wasser entscheidet die richtige Ausrüstung darüber, wie gut Sie einen Stromausfall überstehen. Sobald das Netz ausfällt, stehen Licht, Kommunikation und warme Mahlzeiten nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung. Gerade bei einem längeren Stromausfall lohnt es sich, die folgenden Bausteine frühzeitig anzuschaffen und ihre Funktion vor der Krise einmal zu testen:
Kurbelradio für Informationen und Warnmeldungen ohne Netzstrom.
Powerbank und Batterien, um Smartphone und kleine Geräte betriebsbereit zu halten.
Taschenlampen oder Stirnlampen mit Ersatzbatterien für sichere Beleuchtung.
Geeignete Kochmöglichkeiten für den Notfall, sofern sie sicher und entsprechend der Herstellerangaben betrieben werden können.
Verwenden Sie Camping- und Gaskocher ausschließlich nach Herstellerangaben und niemals in Innenräumen, wenn das Gerät nicht ausdrücklich dafür zugelassen ist. Bei Verbrennung können Kohlenmonoxid und andere gefährliche Abgase entstehen.
Reicht kein Filter zur Hand, hilft im Notfall das Abkochen von Wasser über eine ausreichende Dauer, um viele Krankheitserreger abzutöten.
Hausapotheke und wichtige Dokumente bereithalten
Zur Notfallvorsorge gehört mehr als Nahrung. Eine gut sortierte Hausapotheke kann bei kleineren Verletzungen und Erkrankungen hilfreich sein, wenn medizinische Versorgung vorübergehend nur eingeschränkt erreichbar ist. Prüfen Sie regelmäßig die Haltbarkeit und ersetzen Sie abgelaufene Produkte.
Zur Grundausstattung können beispielsweise gehören:
Verbandmaterial, Pflaster und sterile Kompressen
geeignete Schmerz- und Fiebermittel
Fieberthermometer
Desinfektionsmittel für Hände oder Wunden
Ebenso sinnvoll ist eine Dokumentenmappe mit Kopien wichtiger persönlicher Unterlagen. Ein kleiner Bargeldvorrat gehört ebenfalls zur Vorsorge, da Geldautomaten und elektronische Zahlungssysteme bei einem Strom- oder Netzausfall vorübergehend nicht funktionieren können.
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Häufige Fragen zum Notvorrat
Was kostet es, einen Notvorrat für 10 Tage anzulegen?
Die Kosten hängen stark davon ab, welche Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände bereits vorhanden sind und welche Produkte Sie auswählen. Wer einen „lebenden Vorrat“ schrittweise in den normalen Einkauf integriert, muss den gesamten Vorrat nicht auf einmal anschaffen und kann die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilen.
Sind auch 3 Tage Vorrat sinnvoll?
Ja. Das BBK empfiehlt als Ziel, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Ein Vorrat für mindestens drei Tage ist jedoch bereits hilfreich und ein sinnvoller Ausgangspunkt, der schrittweise erweitert werden kann.
Woran erkenne ich, dass abgefülltes Trinkwasser nicht mehr genießbar ist?
Trübung, ungewöhnliche Schwebstoffe sowie auffälliger Geruch oder Geschmack können auf eine Veränderung der Wasserqualität hindeuten. Bei selbst abgefülltem Wasser und unklarer Lagerdauer sollten Sie im Zweifel auf eine sichere Alternative ausweichen beziehungsweise das Wasser entsprechend aufbereiten.
Quellen
Fünf Jahre Ahrtal-Flut: Die Katastrophe und der Wiederaufbau | DIE ZEIT
IT-Störung: Kartenzahlung deutschlandweit gestört – DER SPIEGEL
Wasser abkochen: So gelingt es keimfrei und sicher | Apotheken Umschau





